Weimar reißt am Dienstag Inzidenz-Zahl 50 deutlich

Weimar.  Stadtverwaltung bereitet neue Allgemeinverfügung vor. Weihnachtsmarkt bleibt aber erklärte Absicht

Im August sollte der Marie-Juchacz-Saal geräumt werden. Drei Monate später wird er weiter für die Kontaktverfolgung gebraucht.

Im August sollte der Marie-Juchacz-Saal geräumt werden. Drei Monate später wird er weiter für die Kontaktverfolgung gebraucht.

Foto: Michael Baar

Als die Meldung der Stadt Dienstag ins Netz ging, war sie bereits überholt. Dienstag hat der Inzidenzwert, mit dem die Corona-Zahlen zwischen den Regionen vergleichbar gemacht werden, in Weimar bereits die Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten. Am Nachmittag lag er bei 59,92.

Dafür reichten 39 Neuinfektionen pro 65.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Insgesamt stieg die Zahl der aktuellen Covid-19-Fälle Dienstag in Weimar um elf auf 42, wobei drei Infektionen mehr als eine Woche alt waren.

Auch Weimar wird deshalb weitere Maßnahmen beschließen und die Kapazitäten zur Ermittlung von Kontaktpersonen Corona-Infizierter ausweiten. Die sechs gesuchten Mitarbeiter (wir berichteten) werden aber nicht städtische Mitarbeiter ablösen, sondern das Gesundheitsamt zusätzlich unterstützen. Drei waren bis Dienstag bereits ausgewählt, drei weitere folgen kurzfristig.

Welche Maßnahmen am Wochenende in Kraft treten, war Dienstag noch nicht endgültig entschieden. Im Gespräch sind Alkoholverbot und Maskenpflicht auf öffentlichen Veranstaltungen, Maskenpflicht auch in allen privaten Unternehmen, Ausschankschluss in der Gastronomie ab 22 Uhr, Ausdehnen der Test-Durchführung für Reiserückkehrer. Die Verfügung soll Donnerstag stehen und Sonntag in Kraft treten.

Wofür sich die Stadtspitze entscheidet, soll sich nach den Erfahrungen des steigenden Infektionsgeschehens richten: So sei bei den aktuellen Fällen im familiären Bereich, bei privaten Feiern und Treffen im häuslichen Bereich, aber auch in Bars die AHA+L-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften) nicht eingehalten worden. Zudem stammen aktuelle Infektionen aus dem beruflichen Umfeld und von privaten Reisen.

Keine Infektionen sind in Weimar dagegen von Begegnungen auf Abstand und mit Maske im Freien bekannt oder von jeglichen Veranstaltungen mit bestätigtem Hygienekonzept. Auch deshalb hält Weimar an der Absicht fest, einen Weihnachtsmarkt auszurichten. Er wird noch nicht Bestandteil der nächsten Allgemeinverfügung sein.

„Wir müssen allen Weimarerinnen, Weimarern und Gästen trotz Pandemie ein freiheitliches Alltagsleben ermöglichen“, betonte Oberbürgermeister Peter Kleine. „Einen Lockdown wie im März müssen wir nach Kräften verhindern.“ Die Maßnahmen sollen Sinn ergeben und so wirksam wie passgenau eingesetzt werden. Ein Alkoholverbot und Maskenpflicht könnten allerdings ein Teil der Maßnahmen sein.

Weimars Zahlen am Dienstag, 15 Uhr:
 aktuell infiziert: 42 (+11)
 genesen: 146 (0)
 im Klinikum: 2 (0)
 in Quarantäne: 285 (+35)
 7-Tage-Inzidenz: 59,92/100.000