Weimar wartet bis zu fünf Tage auf Corona-Schnelltest

Weimar.  Präventionsmaßnahmen laufen sehr geordnet ab. Die Laborkapazität reicht aber schon jetzt nicht aus.

Auch das Sophien- und Hufeland-Klinikum verweist besorgte Patienten zunächst auf eine Hotline und stellt am Eingang zur Notaufnahme vorsorglich ein Haustelefon bereit. 

Auch das Sophien- und Hufeland-Klinikum verweist besorgte Patienten zunächst auf eine Hotline und stellt am Eingang zur Notaufnahme vorsorglich ein Haustelefon bereit. 

Foto: Michael Baar

Vier bis fünf Tage beträgt inzwischen die Wartezeit des Weimarer Gesundheitsamtes auf Ergebnisse von Corona-Schnelltests. Und das, obwohl der Test selbst binnen drei bis fünf Stunden ein Ergebnis ausweist. Damit sind die Laborkapazitäten weiterhin das Nadelöhr im Umgang mit dem neuen Virus.

Bis Dienstag, 10 Uhr, wurden durch Weimars Gesundheitsamt 36 Menschen getestet. In allen Fällen wurde vorsorglich häusliche Isolation angeordnet. In sieben Fällen war das Testergebnis bereits negativ: Das Virus wurde nicht festgestellt. Für alle anderen Fälle stand das Testergebnis allerdings noch aus.

Die von der Stadt Weimar geschaffene zusätzliche Untersuchungseinrichtung (und die dazugehörige Hotline) des Gesundheitsamtes haben sich bereits in den ersten Tagen bewährt. Hier führen jenseits vielbesuchter öffentlicher Einrichtungen je ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und ein weiterer der Stadtverwaltung Speichelabstriche durch, die für den sogenannten Schnelltest in eines der wenigen Fachlabors eingeschickt werden.

Ende vergangener Woche war der Handlungsdruck groß, erläuterte Amtsärztin Isabelle Oberbeck am Dienstag. Zahlreiche Hausarztpraxen hätten bereits Menschen mit Atemwegssymptomen an das Gesundheitsamt verwiesen, um den normalen Praxisbetrieb aufrecht erhalten zu können. Die Stadt habe sich deshalb für die zusätzliche Einrichtung entschieden. Inzwischen habe auch die Kassenärztliche Vereinigung, mit der man gut zusammenarbeite, ärztliche Unterstützung in Aussicht gestellt.

„Unsere Maßnahmen sorgen dafür, dass die Corona-Prävention geordnet abläuft“, betont Oberbürgermeister Peter Kleine. „Wir haben rechtzeitig Ressourcen gebündelt, um gut gewappnet zu sein, wenn das Virus in Weimar auftritt.“ Er wolle das öffentliche Leben aber nicht mehr lahmlegen als nötig. Deshalb habe er zum Beispiel auch die Schulleiter gebeten, das Gesundheitsamt immer über Verdachtsfälle zu informieren. Denn diese seien von sehr unterschiedlichem Gewicht. „Wir dürfen das nicht nur zufällig erfahren“, so Peter Kleine.

Zum Hintergrund gehört, dass auch Hausärzte Tests durchführen. Sie müssen dem Gesundheitsamt aber nur übermittelt werden, sofern der Laborbefund positiv ist.

Gut genutzt wird bisher die Hotline des Weimarer Gesundheitsamtes (03643 / 76 25 55) – und das nicht nur von Weimarern. An Werktagen gehen dort bis zu 80 Anrufe ein, am Wochenende weniger. Nur etwa ein Drittel der Anrufer komme tatsächlich aus Weimar. Hilfreich sei dabei auch die Möglichkeit, frühzeitig zu beurteilen, wann ein Test sinnvoll ist.

„Die Weimarer Maßnahmen werden mittlerweile auch von anderen Kommunen umgesetzt. Das zeigt, dass wir uns als Stadt Weimar zum richtigen Zeitpunkt gut aufgestellt haben“, unterstrich die Amtsärztin.