Weimarer entwerfen Haus auf Rädern

Nauendorf  Lars Christoph und Hendrik Walther stellen in Nauendorf den Prototyp eines Tiny House zum Mitnehmen vor

Lars Christoph (links) und Hendrik Walther haben am Donnerstag den Prototyp ihres transportablen Tiny House in Nauendorf eingeweiht. 

Lars Christoph (links) und Hendrik Walther haben am Donnerstag den Prototyp ihres transportablen Tiny House in Nauendorf eingeweiht. 

Foto: Friederike Vogel

Es sieht aus wie ein überdimensionierter Wohnwagen aus Holz. Ein paar Fenster hat es und sogar eine Veranda. Und – das ist das Besondere daran – vier Räder. Es ist ein sogenanntes Tiny House, das am Donnerstag in Nauendorf enthüllt wurde. Ein kleines, kompaktes Haus, in dessen Innerem alle Annehmlichkeiten Platz finden, die es auch in einem normalen Wohnhaus gibt: ein Zimmer, Küche, Bad. An Komfort fehlt es nicht, und es ist transportabel.

Entwickelt haben den minimalistischen Wohnraum der Weimarer Architekt Lars Christoph und Hendrik Walther, der in Nauendorf eine Zimmerei betreibt. Es ist das Endprodukt eines langen Prozesses, der damit begann, dass ein Wettbewerb für das Design eines Ferienhauses verloren ging.

Christoph und Walther, die sich seit vielen Jahren kennen, gaben ihren Entwurf für das mobile Mini-Haus dennoch nicht auf. Sie gründeten gemeinsam ein Unternehmen und planten und bauten ein Jahr lang an dem Prototypen.

„So klein zu bauen, ist mindestens genauso aufwendig, wie ein Dreifamilienhaus“, sagt Christoph. Denn der Teufel steckt im Detail: Auf den 14 Quadratmetern hat jede Nische, jede Klappe eine Funktion. Stauraum unter der Sitzbank, eine zweite Ebene für den Schlafbereich.

Die Herausforderung ist geglückt. Sie haben möglichst viel Wohnqualität auf kleinstem Raum untergebracht. Mit 3,5 Tonnen kann das Mini-Haus von einem ganz normalen Auto gezogen werden. Über 80.000 Euro kostet das fertige Haus. „Viel für einen Wohnwagen, aber wenig für ein Haus und genau das ist es“, sagt Christoph. Es sei kein Caravan, sondern zum darin Wohnen gemacht. Zur Probe gewohnt haben die beiden Entwickler bisher nicht, das soll jetzt folgen. Sie sind aber so zuversichtlich, dass das Modell noch in diesem Jahr in Serie produziert wird. Denn Anfragen bekommen Walther und Christoph bereits von Privatpersonen, die das Tiny House als Feriendomizil einrichten wollen, wie von Ferienanlagen, die mit dem Haus flexibele Ferienwohnungen anbieten werden.

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