Weimar-Werk und Steinmetz Erdmann erhalten Wirtschaftspreis

Weimar  Bei der festlichen Preisverleihung in der Weimarhalle wurden zwei Traditionsunternehmen aus Stadt und Landkreis geehrt.

Die Preisträger des Weimarer Wirtschaftspreises 2019, v.l.: Heinrich Berr und Henry Börner (beide Weimar-Werk GmbH), Michaela und Paul Erdmann (Steinmetzbetrieb) sowie Thomas Stegmann (Weimar-Werk GmbH).

Die Preisträger des Weimarer Wirtschaftspreises 2019, v.l.: Heinrich Berr und Henry Börner (beide Weimar-Werk GmbH), Michaela und Paul Erdmann (Steinmetzbetrieb) sowie Thomas Stegmann (Weimar-Werk GmbH).

Foto: Maik Schuck

Die Weimar-Werk GmbH und der Steinmetzbetrieb Erdmann aus Bad Berka sind die Preisträger des Weimarer Wirtschaftspreises 2019. Sie wurden am Abend festlich im Seminargebäude der Weimarhalle geehrt.

Die Preisträger stehen für erfolgreiche Produkte und unternehmerischen Mut, sind aber gleichzeitig ein Abbild der Vielfalt in der Wirtschaftsregion Weimar und Weimarer Land, betonte Oberbürgermeister Peter Kleine als Gastgeber. Denn die von den Stiftern nominierten Firmen waren durchweg renommierte Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich, aus dem Handwerk und der Gesundheitswirtschaft.

Als die Preisträger noch ein Geheimnis waren, da stimmte Michael Behr als Festredner auf die Preisverleihung ein. Der Wirtschaftswissenschaftler aus dem Arbeitsministerium hielt den Gästen unterhaltsam den Spiegel vor und nannte eine Fülle an Gründen, warum Thüringen guten Grund hat, auf seine Wirtschaft stolz zu sein.

Traditionsreich und zukunftsorientiert

Mit Hans-Georg Dorst, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Mittelthüringen, zeichnete einer der Stifter die Weimar-Werk GmbH für erfolgreiche Strategien der Fachkräftesicherung und des Personalmanagements aus. In seiner Laudatio würdigte er den unternehmerischen Mut von Wolfgang Bemmann und des Schwesterunternehmens in Linda zur Rettung des Weimarer Standortes im Jahr 2006 (und gleichzeitig der für Weimar so wertvollen Namensrechte).

Preiswürdig auch in heutiger Zeit nannte Dorst die Anstrengungen zur Ausbildung und Umschulung von Menschen mit Migrationshintergrund - zum Beispiel aus Syrien, Eritrea, dem Iran und dem Irak, die mittlerweile eine wesentliche Rolle bei der Mitarbeitergewinnung spielen. Aktuell gehören zehn ausländische Mitarbeiter zur 75-köpfigen Belegschaft. Das Stahl- und Maschinenbau-Unternehmen wurde so durch die Entschlossenheit und die Weitsicht der Geschäftsführung und die Treue der Belegschaft vom Landmaschinenbetrieb im VEB Weimar-Werk durch schwierige Jahre hindurch zu einem „erfolgreichen, zukunftsorientierten Unternehmen, das vollkommen verdient den Weimarer Wirtschaftspreis erhält“, so Hans-Georg Dorst.

Nachfolge unter tragischen Umständen

Landrätin Christiane Schmidt-Rose zeichnete den Steinmetz-Betrieb Erdmann für das Meistern der Unternehmensnachfolge unter schwierigen Bedingungen aus. Der Steinmetz- und Steinbildhauer-Betrieb aus Bad Berka begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Drei der fünf Generationen habe sie persönlich kennengelernt, verriet die Landrätin. Nach dem plötzlichen Tod von Vater Thomas Erdmann im Jahr 2017 musste sein Sohn, der damals noch angehende Steinmetz Paul Erdmann, entscheiden, ob er mit 20 Jahren den Betrieb weiterführen kann. Der Preis würdige damit den Mut des jungen Chefs, die Unterstützung durch seine Mutter Michaela, die fachlichen Leistungen des Vorarbeiters, den Zusammenhalt in der Belegschaft und die unbürokratische Hilfe der Handswerksgremien.

Für den nominierenden Stifter, die Wirtschaftsförder-Vereinigung Apolda-Weimarer Land, war die geglückte Gestaltung dieser so plötzlichen Übernahme, die Parallelität von der inzwischen laufenden Meisterausbildung, Anpassung des Leistungsprofils und Fortführung des Tagesgeschäfts entscheidend für die Auszeichnung.

Moderatorin Wenke Weber gab der Preisverleihung die lebendige verbale Klammer. Auch sie kam aber nicht umhin, neben den Preisträgern auch über das Annika Bosch Duo zu schwärmen, das der Preisverleihung einen faszinierenden musikalischen Rahmen gab.

Preisträger und Gäste trafen sich anschließend zum Empfang und am Buffet im Untergeschoss mit den Stiftern, zu denen neben den Genannten auch die VR Bank Weimar, die IHK Erfurt und die Wirtschaftsfördervereinigung Weimar gehören.

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