Weimars Mensafasching säuft ab

Weimar.  Karten für den alternativen Kult-Karneval im Mon Ami und Kasseturm sind ab sofort im Vorverkauf zu haben.

Auf dem Meer war gestern: 2020 spielt sich Weimars Mensafasching unter Wasser ab.

Auf dem Meer war gestern: 2020 spielt sich Weimars Mensafasching unter Wasser ab.

Foto: Michael Baar

Aller anstehenden Besinnlichkeit zum Trotz lässt bereits das Mensa-Faschingskomitee (Fako) von sich hören. Die Narren haben für 2020 ihren Untergang angekündigt: „MensAtlantis – Wir saufen ab“ lautet das Motto des kommenden Mensafaschings. Mit dem eindeutig mehrdeutigen Slogan und einigen neuen Gesichtern im Fako-Vorstand wird Weimars alternativer Kult-Karneval vom 30. Januar bis 1. Februar erneut im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami sowie im Studentenclub Kasseturm über die Bühne gehen.

Die neue Gestaltungschefin Jennifer Kalusa freut sich auf zahlreiche heiße Baywatch-Nixen, coole Rettungsschwimmer, bärtige „Götter der Meere“, niedliche Seejungfrauen, verwegene Wassermänner, bunte Meeresbewohner, mysteriöse Käpt’n Nemos, faszinierende Oktopusse, vielfältige Seefahrer und etlches mehr. Dafür werden Mon Ami und Turm wie jedes Jahr thematisch dekoriert. Der neue Bauchef Torsten Pusch lädt jetzt schon Interessierte ein: „Wer kreative Ideen und handwerkliches Geschick beisteuern möchte, ist zum Aufbaubeginn ab Samstag, dem 18. Januar, in beiden Häusern am Goetheplatz gern gesehen.“

Auch musikalisch haben die Mensafaschingsnarren wieder ein buntes Live-Programm aufgelegt: Zum Auftakt am Donnerstag ist die Rostocker Rock- und Punk-Band „Dritte Wahl“ gebucht. Neben „Swagger“ und „Biba & die Butzemänner“ wollen an den anderen Tagen unter anderem „The Return Of The Big Guns“ mit Reggae und „Rattlin’ Bog“ mit flotter irischer und schottischer Folkmusik nah am und mit dem Weimarer Publikum feiern. Mehrere DJs und die beliebten Karaoke-Darbietungen werden wie gewohnt die drei Abende musikalisch abrunden.

„Es wird auch 2020 wieder ein buntes Programm mit lustigem Film, farbenfrohen Balletts und besonderen Gästen geben“, verspricht Programmdirektor Gunnar König. Versprecher werden sich ansonsten im Programm kaum ereignen, was aber nicht zwingend am Lernfleiß der Mitwirkenden liegt. Auf der Bühne soll diesmal schlichtweg wenig geredet werden. Immerhin spielt das Programm weitgehend unter Wasser. Und steht einem selbiges höher als bis zum Hals, ist es mit dem Sprachvermögen nicht mehr weit her. Dass der eine oder andere dennoch seine ganz eigene Luftblase im Meer finden wird, um sich mitzuteilen, ist hier nicht auszuschließen.

Natürlich werden am Samstagnachmittag auch zahlreiche junge Narren in die hiesige Unterwasserwelt abtauchen, fasst Uwe Sommerfeld das Programm zusammen. Der langjährige Fako-Chef hofft, dass sich viele Weimarer auch vor dem eigentlichen Höhepunkt der Faschingssaison auf Jux und Tollerei des Mensafaschings einlassen.

Der Vorverkauf startete schon am 1. Dezember an den bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem in den Pressehäusern dieser Zeitung, und online im Ticketshop Thüringen. Bei der Ticketauswahl drehten die Mensanarren allerdings wieder ein Rädchen zurück. Den Versuch, für den Donnerstag- und Freitagabend ein Kombiticket anzubieten, honorierte das Publikum in den beiden Vorjahren offenbar nicht so wie erhofft. Deshalb werden fürs kommende Jahr wieder alle drei Abende separat verkauft.

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