Wie in Weimar der Zeichenkurs zum echten Ferienerlebnis wird

An der Mal- und Zeichenschule lernen Kinder in zwei Tagen künstlerisches Gestalten und gehen auf Schatzsuche

Die Künstlerin Katja Hochstein-Bur leitet einen zweitägigen Ferienpass-Kurs an der Weimarer Mal- und Zeichenschule.

Die Künstlerin Katja Hochstein-Bur leitet einen zweitägigen Ferienpass-Kurs an der Weimarer Mal- und Zeichenschule.

Foto: Friederike Vogel

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Katja Hochstein-Bur, Sie leiten den Ferienkurs an der Mal- und Zeichenschule in Weimar. An welche Kinder richtet sich das Angebot?

Der Kurs ist für Kinder im Alter von sieben bis zwölf konzipiert. Zu uns kommen Kinder aus Weimar und Umgebung, aber auch Ferienkinder, deren Eltern in Weimar zu Besuch sind und die ihr Kind dann hier anmelden. Es ist ganz durchmischt.

Wie viele Kinder nehmen an dem Kurs teil?

In diesem Kurs sind zwölf Kinder angemeldet. Damit sind wir auch ausgelastet. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Und wir sind eine ganz internationale Gruppe, mit vielen verschiedenen Hintergründen. Manche waren schon bei vorherigen Angeboten dabei, andere sind zum ersten Mal hier.

Welche Voraussetzungen müssen die Kinder mitbringen, wenn sie teilnehmen wollen?

Gar keine! Sie müssen sich kreativ ausdrücken können, aber das kann alles sein: Bild, Wort, Schrift. Jedes Kind hat eine andere Form, die es nutzt.

Wie fangen Sie dann an mit den Kindern zu arbeiten?

Ich schaue mir an, wie weit die Kinder sind beim Zeichnen, was sie können und auf welchem Stand sie sind. Manchmal bilden der Papierflieger oder das Boot, das wir falten, den Anfang. Aber das entwickelt sich je nach der Interessenlage der Kinder.

Diesem Kurs gibt die „Schatzsuche“ das Thema. Um was für einen Schatz geht es?

Nachdem wir uns am ersten Tag alle kennengelernt und schon mal ein bisschen ausprobiert haben, gehen wir am zweiten Tag mit einer Schatzkarte los und suchen den Schatz. Dabei geht es um Kommunikation und das gemeinsame Erfolgserlebnis. Für das künstlerische Arbeiten danach ist das Schatzthema nur ein Oberbegriff. Ein Schatz, das ist für jedes Kind etwas anderes. Es kann sich auch um einen Erfahrungsschatz oder einen Wissensschatz handeln.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie?

Stifte, Pinsel, Papier, Wasserfarben, manchmal auch mit Keramik. Aber dazu werden wir diesmal nicht kommen. Zwei Tage sind nicht lang genug. Wir komprimieren Malerei, Grafik und plastische Gestaltung. Die Grundlagen lernen die Kinder nebenbei. Wie wir Farben mischen können zum Beispiel.

Geht es bei diesem Ferienkurs um s Lernen oder um Spaß?

Ganz klar: Die Kinder sollen Spaß haben! Es sind ja schließlich Ferien. Und im Gegensatz zum Schulunterricht, in dem ein Lehrplan befolgt werden muss, können wir hier viel freier arbeiten. Wir können die individuelle Kreativität der Kinder finden und entwickeln. Und dann erfolgt das Lernen für die Kinder ganz spielerisch nebenbei.

Was können die Kinder denn hier erleben?

Die Kinder haben hier die Möglichkeit, reinzuschnuppern in künstlerisches Gestalten. Und wenn es ihnen gefällt, vielleicht sogar ein Interesse dafür zu entwickeln und eine eigene Ausdrucksform zu finden, die sie danach weiter verfolgen.

Ferienpass-Angebote richten sich auch an Kinder, die mit ihren Eltern nicht in den Urlaub fahren. Kann dieser Ferienkurs denn eine Urlaubsreise ersetzen?

Nein, aber er kann ein Erlebnis sein. Wer nicht in den Urlaub gefahren ist, aber hier an der Mal- und Zeichenschule war, der hat in der Schule dann trotzdem eine Geschichte zu erzählen.

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