Guten Morgen, Weimar

Wo Aussitzen mal helfen kann

Susanne Seide schreibt über rauchende Köpfe und Abkühlung.

Susanne Seide über rauchende Köpfe und Abkühlung.

Susanne Seide über rauchende Köpfe und Abkühlung.

Foto: Alexander Volkmann

Die Stadtspitze kann die Betriebstemperatur ihrer Köpfe, die arg gequalmt haben, herunter fahren. Nicht bei allen Fragen, aber bei einer: Wo tagt der Stadtrat am 9. Dezember? Denn das soll er unbedingt, weil das schon im November ausfiel und wichtige Fragen anstehen – nicht etwa, weil die letzte Sitzung im Jahr immer anheimelnder zu sein scheint.

Den Qualm aus den Köpfen hat die Absage der Innenminister-Konferenz gefegt. Sie wurde ins Digitale verlegt und blockiert nicht mehr am 9. und 10. Dezember die Weimarhalle. Dort tagte der Stadtrat zuletzt immer, weil sich unter Corona-Bedingungen der Abstand wahren lässt.

Die erprobte Alternative im Saal des Azurit-Seniorenzentrums Schillerhöhe verbot sich, weil zum Schutz der betagten Bewohner die Besuche eingeschränkt sind. Es gab die neue Idee, die Festhalle in Tröbsdorf anzumieten. Das wäre zwar eng, aber möglich gewesen. Statt der üblichen 220 Plätze dürfte sie unter Pandemie-Bedingungen Raum für 55 Leute haben, aber bei 42 Stadträten, OB und Beigeordneten sowie Protokollantinnen, Berichterstattern und Presse kaum noch für die Öffentlichkeit.

Jetzt tagt der Stadtrat in der Weimarhalle. Manchmal, wirklich nur manchmal, ist es gut, ein Problem auszusitzen.