Zum 21. Mal Bürgerpreise der Sparkassenstiftung in Ettersburg

Ettersburg  Die Sparkassenstiftung übergab gestern im Ettersburger Schloss zum 21. Mal ihre Bürgerpreise unter dem Motto „für mich. für uns. für alle“

Die Geehrten und ihre Laudatoren fanden zum Abschluss der Preisverleihung noch zum Gruppenbild zusammen. Foto: Hannsjörg Schumann

Die Geehrten und ihre Laudatoren fanden zum Abschluss der Preisverleihung noch zum Gruppenbild zusammen. Foto: Hannsjörg Schumann

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Kein Geehrter in der Kategorie U 21, stattdessen diesmal zwei für ihr Lebenswerk: „Wir sind natürlich auch auf Ihre Vorschläge angewiesen“, betonte gestern Dieter Bauhaus, Direktor der Sparkasse Mittelthüringen, bei der feierlichen Verleihung des Bürgerpreises für ehrenamtliches Engagement. Mit dem ehrte die Sparkassenstiftung bereits zum 17. Mal Menschen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise bürgerschaftlich engagieren. Zumindest überspielte Bauhaus die Tatsache, dass für den U-21-Preis keine Vorschläge eingereicht worden waren, mit Humor: „Sie wissen ja: Da suchen wir die 21-Jährigen mit 30 Jahren Erfahrung im Ehrenamt“, frotzelte er.

Dass stattdessen im Gewehrsaal des Ettersburger Schlosses zwei rüstige Senioren für ihr Lebenswerk geehrt wurden, war aber alles andere als ein Notbehelf – denn die Verdienste von Ernst Preller aus Niederroßla sowie Prof. Dietrich Unangst aus Kötschau sind über jeden Zweifel erhaben. Preller, der von seinem Laudator Hans-Jürgen Häfner (Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag) als „zutiefst bodenständiger Diplom-Landwirt und Familienvater“ beschrieben wurde, dankte nach der Ehrung tatsächlich seiner Familie, die „fast immer“ die nötige Geduld für seine zeitintensiven Ehrenämter aufbrachte. Unangst, der mit dem Eulensteinschen Hof in Hohlstedt „eines der ältesten und schönsten Objekte im Kreis“ (Landrat Hans-Helmut Münchberg in seiner Laudatio) maßgeblich retten half, versicherte, sein Lebenswerk sei „heute nicht zu Ende“.

Münchberg hatte zuvor schon die Laudatio auf den Tonndorfer Schlossverein gehalten und von den dort lebenden „20 freilaufenden, abenteuerlustigen Kindern“ geschwärmt. Und natürlich deren Eltern, die im Einklang mit der Natur „als Vorbild leben, aber nicht den Rest der Welt missionieren wollen“. Zauberwort auf dem Schlossberg ist der Konsens: Mehrheiten können sich irren, deshalb fallen Entscheidungen hier nicht per Abstimmung, sondern nachdem eine Lösung gefunden wurde, mit der alle einverstanden sind.

Mit Preisträgerin Anneliese Eilenstein traf Sparkassen-Chef Bauhaus eine alte Bekannte wieder: Sie begegneten sich erstmals Anfang der 90er-Jahre, als die Taubacherin noch für die Sparkassen-Konkurrenz arbeitete, „die Genossenschaftlichen“, wie Bauhaus es formulierte. Ihren Ruhestand verwendete Anneliese Eilenstein vor allem darauf, sich für die Sanierung der Kirche St. Ursula einzusetzen – und verwandelte diese dabei ganz nebenbei durch die regelmäßigen Benefizkonzerte von einem stillen Ort für wenige Gläubige in einen kulturellen Geheimtipp der Stadt. Auch ihr Preisgeld wird die Geehrte für den Fortgang der Kirchensanierung spenden.

Die zuvor geehrten Cornelia Gierath und Birgit Kretzschmar, die das „Haus Hoffnung“ organisieren, die Kontakt- und Wärmestube des Obdachlosenheims, zeigten sich nach der Laudation von Superintendent Henrich Herbst auch im Rampenlicht als leise Heldinnen und verzichteten auf große Dankesworte.

Applaus von allen Seiten gab es für die musikalische Umrahmung des Nachmittags: Mit Marc Tetzel und Marguerite La Rosée spielten zwei Stipendiaten der Sparkassen-Stiftung auf, bevor mit Cora Irsen eine Meister-Pianistin die Tasten regelrecht zum Tanzen brachte.

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