Science City Jena: Klassenerhalt für Reyes-Napoles „kein Ding der Unmöglichkeit“

Jena  Der dienstälteste Spieler von Science City Jena hat im Abstiegskampf noch die Hoffnung auf ein Basketball-Wunder.

Der 29-jährige Ermen Reyes-Napoles (vorn), hier im Spiel gegen Bayern München, ist stets mit vollem Einsatz bei der Sache.

Foto: Sascha Fromm

Er ist die Konstante bei Science City, eine Identifikationsfigur der Jenaer Bundesliga-Basketballer, die es so heute im Sport nicht mehr häufig gibt: Ermen Reyes-Napoles spielt seit 2006 für die erste Mannschaft der Thüringer.

Der mittlerweile 29-Jährige ist selbst schon im Nachwuchs für die Saalestädter aufs Parkett gelaufen. Der gebürtige Rudolstädter hat alle Höhen und Tiefen der Jenaer Korbjäger miterlebt: Den ersten Aufstieg ins Oberhaus 2007, den Abstieg in der folgenden Saison. Die vielen Jahre in der 2. Bundesliga Pro A, ehe es 2016 erneut in die BBL ging.

Keine Frage, Ermen Reyes-Napoles liegt sein Verein am Herzen – gerade jetzt, wo alle Zeichen auf einen erneuten Abstieg stehen. In fünf noch ausstehenden Spielen muss der Tabellenletzte noch drei Siege mehr als die direkte Konkurrenz holen. Bei bisher nur fünf Siegen aus 29 Spielen ein nahezu fast aussichtsloses Unterfangen.

Fast schon letzte Chance bei den Gießen 46ers

Dennoch gibt sich Reyes-Napoles, der kubanische Wurzeln hat, kämpferisch: „Wir sind in der Lage, es noch zu schaffen. Die Spieler haben die Qualität.“ Nun müsse endlich auch der letzte Profi im Kader erkennen, dass der Klassenerhalt kein Selbstläufer ist. „Man muss für den Klassenerhalt hart arbeiten und es ist viel Willensstärke gefordert. Wenn wir willensstark sind, wenn wir kämpfen, ist der Klassenerhalt kein Ding der Unmöglichkeit“, glaubt er.

Fast schon die letzte Chance haben er und seine Kollegen am Sonnabend bei den Gießen 46ers. „Wenn wir verlieren, wird es natürlich immer unwahrscheinlicher“, weiß auch der mit 1,83 Meter für einen Basketballer eher kleine Reyes-Napoles. Aber sein Team habe schon viele enge Spiele bei den Hessen erzwungen und mehrfach in dieser Saison gezeigt, dass es auch mit Teams aus dem oberen Tabellendrittel mithalten kann.

Das ist freilich auch eine Frage der Einstellung, die so mancher im Team beim 66:104 in Vechta am vergangenen Samstag vermissen ließ. „Das letzte Spiel hat uns aufgerüttelt, weil wir uns nicht gut verkauft haben. Bis zur Halbzeit war es okay, dann haben wir uns einfach nur abschießen lassen. Da müssen wir Widerstand leisten“, fordert der 29-Jährige. Auch wenn er aktuell meist nur wenige Minuten Spielzeit erhält, ist Reyes-Napoles in Sachen Einsatz doch stets ein Vorbild. „Ich hoffe, dass ich die Kollegen mit meiner Art auch mitreißen kann“, sagt er.

Wenn der Thüringer auf dem Parkett steht, haben die Gegenspieler eine Klette, die man nur schwer abschütteln kann. Diesen Willen, diese Leidenschaft machen ihn auch nach 13 Jahren immer noch extrem wertvoll für die erste Mannschaft.

Fokus im Training auf Verteidigungssituationen gelegt

Dass der Trainerwechsel von Björn Harmsen zu Marius Linartas bisher noch keine Früchte in Form von Siegen gebracht hat, will Reyes-Napoles nicht überbewerten. „Wir haben einige Kleinigkeiten in der Taktik geändert. Aber man kann in der kurzen Zeit auch nicht so viel umkrempeln.“

Auch der neue Coach weiß natürlich um die Bedeutung des Duells mit Gießen. „Wir haben nicht mehr viele Begegnungen bis zum Saisonende, müssen den ersten Schritt machen, wenn wir uns die Chance auf den Klassenerhalt bewahren wollen“, fordert der Litauer wie Reyes-Napoles einen Sieg.

„Der Fokus im Training lag primär auf Verteidigungssituationen, um Gießens Center John Bryant und die starken Schützen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“, sagt Linartas. „Wie ich schon mehrfach betont habe, werden wir nur erfolgreiche spielen, wenn wir intensiv und aggressiv verteidigen.“

Ob das gelingt, wird der Samstag zeigen. Nur eines ist heute schon sicher: Egal wohin die Jenaer Reise geht, Ermen Reyes-Napoles wird auch in der kommenden Saison ein wichtiger Teil davon sein.

Gießen – Science City Jena, Samstag, 18 Uhr

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