Science City Jena: Niederlage zum Abschied

Jena  Der Basketball-Bundesligist Science City Jena verliert 92:93 gegen Göttingen und hofft auf eine Wildcard. Ob es die überhaupt gibt, ist unwahrscheinlich.

Julius Jenkins (re.), hier mit Geschäftsführer Lars Eberlein, ist der Spieler der Saison.

Foto: Sascha Fromm

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Science City Jena hat sich gestern Abend mit einer 92:93-Niederlage gegen die BG Göttingen aus der Basketball-Bundesliga verabschiedet. Vorerst. Denn der sportlich schon am drittletzten Spieltag abgestiegene Tabellenletzte hofft noch auf eine Wildcard. Ob die ausgeschrieben wird, entscheidet sich aber erst in den kommenden Wochen. Bis heute Abend hat Aufsteiger Nürnberg Falcons Zeit, Widerspruch gegen die Lizenz-Verweigerung durch die BBL einzulegen. Die Liga hat dann 14 Tage, um die Situation neu zu bewerten.

Bei den Nürnbergern entspricht die Halle nicht den BBL-Ansprüchen. Allerdings hat die Stadt zugesichert, eine Lagerhalle entsprechend umzubauen. Jenas Wildcard-Ambitionen erhielten durch den Abstieg der Eisbären Bremerhaven einen Dämpfer. Denen war ebenfalls die Lizenz fürs Oberhaus wegen zu wenig Eigenkapital verweigert worden, was sich durch deren Abstieg nun aber sowieso erledigt hat.

Die Nürnberger jedenfalls sind optimistisch, durch Zusicherungen von der Stadt die Bedingungen noch schnell erfüllen zu können. Scheitert Nürnberg mit seinen Bemühungen und auch einem sich anschließenden Einspruch vorm Schiedsgericht, gibt es eine Wildcard.

Die kostet 700.000 Euro und Science City würde für sie einen Kredit aufnehmen, der dann über mehrere Jahre abgezahlt werden muss. Voraussetzungen seien, laut Geschäftsführer Lars Eberlein, dass die BBL versichert, innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht wieder die Rahmenbedingungen fürs Oberhaus zu ändern, und dass man sich sicher sein müsste, eine Mannschaft zusammenstellen zu können, die in den kommenden Jahren sicher die Klasse im Oberhaus halten kann. „Wenn wir gleich wieder absteigen würden, wäre die Aktion natürlich nicht sinnvoll“, sagt Eberlein. Ziemlich viele Wenn und Aber.

Ob Abstieg oder Klassenerhalt durch die Hintertür: Ein neuer Trainer muss her. Die Chancen, dass Marius Linartas, der in sieben Spielen sieben Niederlagen kassierte, Chefcoach bleibt, sind äußerst gering. Er wird wahrscheinlich Co-Trainer und zusätzlich wieder die zweite Mannschaft übernehmen. „Ich habe nächste Saison noch Vertrag beim Verein – in welcher Position, müssen die Verantwortlichen entscheiden“, sagte er.

Jenkins wird als Spieler der Saison ausgezeichnet

Keinen Vertrag mehr hat dagegen Björn Harmsen. Der im vergangenen April zurückgetretene langjährige Erfolgstrainer hatte im Dezember 2017 ja ein unbefristetes Arbeitspapier bei Science City Jena unterschrieben. Das hatte, laut Auskunft von Eberlein, aber nur Gültigkeit für die Basketball-Bundesliga und ist durch den sportlichen Abstieg erloschen. Selbst, wenn die Thüringer mit dem Erwerb einer Wildcard im Oberhaus bleiben sollte.

Derweil kann sich Julius Wolf, der als einer der wenigen eine gute Saison gespielt hat, durchaus vorstellen, in Jena zu bleiben. Das verriet er nach der 88:91-Niederlage am Freitag gegen Crailsheim. „Ich würde zwar gerne weiter BBL spielen, aber Jena ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Als Jenaer Spieler der Saison wurde unterdessen gestern Abend Julius Jenkins geehrt, der ebenfalls gerne bleiben würde.

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