Frankenhain und Großbreitenbach von Weltcup-Absage hart getroffen

Ilm-Kreis. Die Wintersportvereine aus dem Ilm-Kreis haben jetzt hohe finanzielle Einbußen zu verkraften.

Wettkampfleiter André Hellmundt zeigt die „Feuerlinie“, die vergeblich montiert wurde. Foto: Christoph Vogel

Wettkampfleiter André Hellmundt zeigt die „Feuerlinie“, die vergeblich montiert wurde. Foto: Christoph Vogel

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Für den Frankenhainer André Hellmundt wäre es Anfang Januar der fünfte Biathlon-Weltcup als Wettkampfleiter gewesen. Die Nachricht von der Absage nahm er im Wettkampfleiterbüro auf dem Gelände der Oberhofer Ski-Arena entgegen. „Hier waren erstmal alle total bestürzt. Die Hoffnung, dass die Wettkämpfe doch noch stattfinden können, bestand ja bis zum Schluss“, schildert Hellmundt die ersten Reaktionen nach der offiziellen Absage des Biathlon-Weltcups.

Auch wenn es für den SV Eintracht Frankenhain sehr schmerzlich ist und eine hohe finanzielle Einbuße bedeutet, hält der er die Entscheidung für richtig. „Es ist besser gleich abzusagen, als dann beim Training oder den ersten Wettkämpfen festzustellen, dass die Bedingungen doch zu schlecht und nicht für alle fair sind“, so Hellmundt.

Eine Menge Arbeit im Vorfeld investiert

Auch wäre seiner Meinung nach der Image-Schaden für Oberhof weitaus größer, wenn ein laufender Weltcup auf Grund der Witterung abgebrochen werden muss.

An der Tatsache, dass die Frankenhainer bis zum Zeitpunkt der Absage eine ganze Menge Arbeit investiert hatten, ändert das aber nichts. So wurden im Vorfeld unter anderem die sogenannte „Feuerlinie“ am Schießstand sowie die Aufsteller für Werbebanden montiert. Eine Gruppe von zehn Frankenhainern hatte hier unter der Regie von Schießstandleiter Gerd Schulz an den zurückliegenden Wochenenden in ehrenamtlicher Tätigkeit gearbeitet.

Hinzu kommt, dass sowohl der SVE Frankenhain, als auch der Großbreitenbacher SV die Vorbereitungen für ihren jeweiligen Stand im Hüttendorf unter Dach und Fach hatten.

Auch Hellmundt selbst hat viel Zeit in die Wettkampfvorbereitungen investiert. Seit Anfang November verweilte der Frankenhainer dafür zwei Tage pro Woche an der Wettkampfstätte. Mit der Erstellung von Zeitplänen für das Anschießen, Training, die Mannschaftsführer-Sitzungen und Siegerehrungen war er gar schon seit August beschäftigt. Was der Ausfall des Weltcups für die Frankenhainer finanziell bedeutet, kann momentan noch keiner genau beziffern. „Auf jeden Fall eine riesige Einbuße“. so Hellmundt.

Ebenso ergeht es dem Großbreitenbacher SV. „Es ist ein Desaster, wir verlieren mehr als ein Drittel unseres Jahreshaushaltsbudgets“, sagt dessen Vorsitzender Mario Heinrich. Für beide Vereine ist der Oberhofer Weltcup in den vergangenen Jahren eine feste Größe und die Haupteinnahmequelle gewesen. Trotz der schmerzhaften Absage gibt es aber in beiden Vereinen keinen Stillstand. Dafür liegt ihnen die Nachwuchsarbeit zu sehr am Herzen. Und Wettkämpfe – so es dann endlich Schnee gibt – sind Anfang 2016 noch einige zu organisieren und seitens der Ilm-Kreis-Vereine abzusichern.

Dankbar für Hilfe von Außen

Dazu gehört am 30. und 31. Januar die Thüringer Meisterschaft der Schüler, die von den Großbreitenbachern ausgerichtet wird. „Wir hoffen auf Schnee, so dass die Wettkämpfe stattfinden und wir das eine oder andere für die Vereinskasse tun können“, wünscht sich Heinrich.

Er hatte übrigens Überlegungen angestellt, die Wettkämpfe in Ruhpolding und Oberhof einfach zu tauschen. Weitere Termine sind der Deutschland-Pokal, am 27. und 28. Februar, sowie der Ranglisten-Wettbewerb der Schüler – beide in Oberhof – die jeweils von den Wintersportvereinen aus Frankenhain, Großbreitenbach, Tambach-Dietharz, Luisenthal und Trusetal ab Anfang Januar vorbereitet werden. „Wir können den Kopf nicht in den Sand stecken, es ist unser gesellschaftlicher Auftrag als Verein, weiterzumachen“, so Heinrich.

Wie beide Vereine die entstandenen finanziellen Lücken schließen sollen, wissen sie noch nicht. Über Hilfe von Außen wären sie allerdings sehr dankbar – im Sinne der Weiterführung ihrer Nachwuchsarbeit.