Mit Rat und Tat zur Seite stehen

Mit Frances Teuchert sprach die ehemalige Biathletin Katrin Apel aus Gräfenroda über ihr Leben nach dem Biathlon. Die 39-Jährige arbeitet heute als Schulsozialarbeiterin und ist beim SV Eintracht Frankenhain zweite Vorsitzende.

Katrin Apel beendete 2007 ihre aktive Biathlonkarriere. Nur manchmal greift die 39-Jährige noch zum Gewehr, beispielsweise beim Sommerbiathlon-Benefizlauf des LIONS-Club Arnstadt-Ilmenau im vergangenen Jahr in Oberhof.  Archiv-Foto: Marco Schmidt

Katrin Apel beendete 2007 ihre aktive Biathlonkarriere. Nur manchmal greift die 39-Jährige noch zum Gewehr, beispielsweise beim Sommerbiathlon-Benefizlauf des LIONS-Club Arnstadt-Ilmenau im vergangenen Jahr in Oberhof. Archiv-Foto: Marco Schmidt

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Unterstützen Sie als ehemalige Biathletin auch heute noch aktiv den Biathlonsport?
Nachdem ich 2007 meine aktive Biathlonkarriere nach über 22 Jahren Leistungssport beendet habe, sieht man mich zwar nicht mehr sportlich im Fernsehen, aber ich bin nach wie vor sehr engagiert. Zum Beispiel im meinem heimatlichen Skiverein Eintracht Frankenhain. Dort haben wir etwa 60 Kinder, die alle Biathlon machen. Ich bin nicht als Trainerin tätig, weil sich das nicht zeitlich mit meiner Arbeit vereinbaren lassen würde, aber ich bin die 2. Vorsitzende und stehe dem Verein mit Rat und Tat zur Seite.

Was machen Sie jetzt eigentlich beruflich?
Nach meiner abgeschlossenen Berufsausbildung als Ergotherapeutin, arbeite ich inzwischen im Bereich Schulsozialarbeit. Die Arbeit mit den Kindern in Ilmenau macht mir sehr viel Spaß und ich bringe meine eigenen Lebenserfahrungen gerne mit ein. Manchmal treffe ich Entscheidungen einfach aus dem Bauch heraus. Wir sind größtenteils an Regelschulen und Grundschulen unterwegs, wofür die Schulen sehr dankbar sind, dass direkte Hilfe von außerhalb kommt. Einerseits stehen die sozialen Komponenten im Vordergrund, andererseits auch die gesundheitsfördernden und sportlichen Aspekte für die Kinder.

Was genau kann man sich unter dem Begriff "Schulsozialarbeit" vorstellen?
Seit über 25 Jahren existiert Schulsozialarbeit und hat sehr viel mit Sozialpädagogik zu tun. Durch die kontinuierliche Entwicklung auch in den neuen Bundesländern hat die Schulsozialarbeit an Bedeutung gewonnen. Sie hat sich als eine besonders intensive und wirksame Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule in der Praxis bewährt.

Wie fühlt man sich als Biathletin, wenn man jetzt auf der anderen Seite steht?
Als aktive Biathletin steht man durch das Fernsehen immer im Fokus. Ich selbst war während des gesamten Weltcups immer sehr angespannt, durch den Druck und die Anspannung, die man hatte. Oftmals hatte man gar keine Zeit nach den Wettkämpfen die tolle Atmosphäre genießen zu können. Deshalb ist ist jetzt total interessant ganz entspannt als Sportlerin die sprichwörtlich "andere Seite der Medaille" zu sehen.

Hat man als frühere Sportlerin vielleicht einen kritischeren Blick im Vergleich zu Laien, wenn Sie zu einem Weltcup in die DKB-Skirarena kommen?
Auf der einen Seite macht es einen selbst unheimlich stolz als frühere Biathletin und jetzige zweite Vorsitzende des Vereins, dass so viele Leute ehrenamtlich helfen. Zum anderen sieht man auch Dinge, die vielleicht nicht so optimal laufen und die verbessert werden müssten. Die eigenen persönlichen Erfahrungen, die ich selbst als Sportlerin jahrelang gesammelt habe, gebe ich jetzt auch an den Nachwuchs weiter. Wir haben viele ältere Kampfrichter, die alle enorm fit sein müssen, um sich auch immer mit dem aktuellen Stand der Schießtechnik bestens auszukennen. Ich selbst habe festgestellt, dass es aus vielerlei Hinsichten schwierig geworden ist, die Jugend von diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten heute noch zu begeistern.

Wie hat sich Ihr Leben nach Ihrer aktiven Biathlonkarriere verändert?
Ja, eigentlich kann man schon sagen, dass sich mein Leben komplett verändert hat. Im Prinzip ist für mich jetzt nur noch eine Woche im Jahr Biathlon. Beim Biathlon Weltcup in Oberhof bin ich dabei und kümmere mich sonst um den Biathlonnachwuchs in unserem Verein aus Frankenhain. Ansonsten kann ich sagen, dass ich wie viele anderen Biathlonfans auch, begeisterter Fernsehzuschauer bin.

Haben Sie eigentlich noch regelmäßigen Kontakt zu Ihren früheren deutschen Biathlon Kollegen?
Das ist zwar schwierig aber der Kontakt zu den Kollegen ist natürlich noch da. Mindestens einmal im Jahr trifft man sich. Andrea Henkel, ihre Schwester Manuela, Sabrina Buchholz und Jeanette Filbrich-Klein, wir haben uns beispielsweise nach Weihnachten getroffen.

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