Arnd Peiffer überzeugt beim Biathlon-Weltcup in Oberhof als Zweiter

Oberhof  Arnd Peiffer ist selten so gut in einen Biathlon-Winter gestartet – auch beim Weltcup in Oberhof überzeugt er als Zweiter. Unterdessen hört Michael Rösch auf.

Arnd Peiffer gewinnt den Zielsprint vor Lukas Hofer aus Italien die 12,5 Kilometer in der Verfolgung.

Arnd Peiffer gewinnt den Zielsprint vor Lukas Hofer aus Italien die 12,5 Kilometer in der Verfolgung.

Foto: Sascha Fromm

Auch das dichte Schneetreiben am Rennsteig tat der Partystimmung keinen Abbruch. 22.500 Fans aus der ganzen Welt sorgten am Samstag wieder einmal für eine Traum-Kulisse im thüringischen Wintersport-Mekka. „Daran gewöhnt man sich nie. Ich bin so dankbar, jedes Jahr hier starten zu dürfen. Es ist mir eine Ehre“, sagte Arnd Peiffer und winkt in die Richtung der bunten Tribüne. Im Januar 2009 war sein Stern in Oberhof aufgegangen, als er überraschend in die deutsche Staffel gerückt war und ihr mit einer starken Leistung zu Platz drei verholfen hatte. Zehn Jahre später gelang ihm wieder der Sprung aufs Podest. In einem packenden 12,5-km-Verfolgungsrennen entschied er das Duell um Platz zwei auf der Schlussrunde mit dem Südtiroler Lukas Hofer für sich. Den Sieg sicherte sich wie schon im Sprint am Freitag der in dieser Saison überragende Norweger Johannes Tignes Bö. Als zweitbester Deutscher landete Benedikt Doll unter dem Jubel des Publikums auf Rang sieben.

Zuvor hatten sich die deutschen Frauen für das historische Debakel im Sprintrennen rehabilitiert. Beim erneuten Sieg der Italienerin Lisa Vittozzi über die zehn Kilometer verbesserte sich Franziska Preuß gleich um 39 Plätze auf Rang sechs und war damit beste deutsche Skijägerin. Dass eine gehörige Portion Wut im Bauch dabei war, wollte die 24-Jährige hinterher gar nicht abstreiten: „Ich bin aggressiv rangegangen und habe gesagt: Jetzt haue ich euch alle weg, ihr blöden Scheiben.“ Ansonsten habe sie keinen Druck verspürt, „weil ich ja nichts mehr zu verlieren hatte“.

Auch Denise Herrmann machte genau wie Karolin Horchler eine Menge Boden gut. Als 36. gestartet, stürmte Herrmann auf Platz neun vor; Horchler lief von 34 auf elf. „Das tut der gesamten Mannschaft gut“, freute sich der Biathlon-Chef im deutschen Skiverband, Björn Weisheit. Nach dem völlig verpatzten Weltcup-Auftakt in Oberhof hatte es eine Teamsitzung gegeben, in der sich Trainer und Sportlerinnen aussprachen. „Dadurch rückt man noch einmal enger zusammen“, meinte Preuß. Die anschließenden Einheiten im „Schießkanal“ brachten zudem die nötige Sicherheit für den Wettkampf. „Wir haben es geschafft, uns nicht von den Bedingungen irritieren zu lassen.“

Arnd Peiffer indes wirkt ohnehin fokussiert wie kaum ein anderer. Die innere Ruhe, die er ausstrahlt, hat ihn stark gemacht. Zuletzt gelang ihm mit dem Sprint-Olympiasieg in Pyeongchang 2018 der größte Erfolg in seiner Karriere. Doch mit der Geburt seiner Tochter Anfang Dezember scheint der Niedersachse, der in der Oberhofer Trainingsgruppe um Mark Kirchner zum Weltklasse-Athleten gereift ist, neuen Schwung gefunden zu haben. Selten war er in seiner Karriere so gut in einen Winter gestartet. Nach zehn Saisonrennen rangiert Peiffer im Gesamtweltcup bereits auf Platz sechs. Und im Staffelwettbewerb am Sonntag will er seine Mannschaft in Oberhof noch einmal aufs Podest führen.

Mit dabei wird dann auch wieder Lokalmatador Erik Lesser sein. Der 30-Jährige hatte am Samstag aus privaten Gründen auf einen Einsatz vor heimischer Kulisse verzichtet und will sich dazu am Sonntag erklären. Am Rande der Festspiele in Thüringen gab unterdessen Staffel-Olympiasieger von 2006, Michael Rösch, das Ende seiner Laufbahn bekannt. Beim Weltcup in Ruhpolding – dem Ort, in dem der für Belgien startende Sachse vor 13 Jahren seinen ersten Weltcup-Triumph gefeiert hatte – wird sich nächste Woche der Kreis seiner Profikarriere schließen.

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