Biathlet Lesser über Doping-Skandal: „Alles ausgraben“

Oberhof  Der Thüringer Biathlet Erik Lesser reist trotz Dopingskandal ohne Bange zur WM. Radprofi aus Tirol gesteht Blutdoping.

Der Oberhofer Erik Lesser wird ab Donnerstag in Östersund auf Medaillenjagd gehen.

Der Oberhofer Erik Lesser wird ab Donnerstag in Östersund auf Medaillenjagd gehen.

Foto: Sascha Fromm

Thüringens Weltklasse-Biathlet Erik Lesser reist am heutigen Montag trotz des Dopingskandals bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld „ohne Bauchschmerzen“ nach Östersund. „Mich beruhigt, dass kein Sportler des Deutschen Skiverbandes mit dem Arzt in Kontakt gestanden hat“, sagt Lesser vor dem Abflug nach Schweden.

Dort beginnen am Donnerstag die Weltmeisterschaften der Skijäger. Diese waren in den vergangenen Jahren auch immer wieder von Dopingfällen betroffen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten des Weltverbandes IBU, Anders Besseberg, wegen Dopingvertuschung und Korruption.

Auch bei der letzten WM in Hochfilzen 2017 war Doping im Vorfeld der Rennen ein großes Thema. Noch immer laufen Ermittlungen, weil damals angeblich reihenweise russische Biathleten gedopt an den Start gegangen sein sollen. Bei Razzien in Seefeld und Erfurt waren durch das österreichische Bundeskriminalamt im Rahmen der „Operation Aderlass“ neun Personen festgenommen worden, darunter fünf Sportler. Eine zentrale Rolle soll der Erfurter Mediziner Mark Schmidt gespielt haben.

„So sehr das jetzt im gesamten Wintersport rappelt, hoffe ich, dass alles ausgegraben wird. Alle daran beteiligten Personen müssen aus dem Verkehr gezogen werden“, sagt der 30-Jährige, der zur Athletenkommission der IBU gehört. Eines stimmt ihn jedoch bedenklich: „Dass weder die Nada noch die Wada sondern das BKA die Sache aufgedeckt hat, finde ich irgendwie traurig.“

Unterdessen weitet sich der Skandal offenbar auf den Radsport aus. So soll ein 31-jähriger Radprofi aus Tirol in einem Verhör in Innsbruck ein umfassendes Blutdoping-Geständnis abgegeben haben.

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