Deutsche Herren bei Biathlon-WM: „Ein paar Fehlerchen zu viel“

Östersund  Deutsche Biathleten warten weiter auf die erste Einzelmedaille. Der Oberhofer Erik Lesser als Achter und Elfter war jeweils Bester.

Erik Lesser ging in Östersund noch leer aus.

Erik Lesser ging in Östersund noch leer aus.

Foto: Getty

Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Gefühlslage von Erik Lesser pendelte sich nach dem ersten WM-Wochenende in Östersund irgendwo dazwischen ein. Zwar war der Oberhofer als Achter im Sprint am Samstag und als Elfter in der gestrigen Verfolgung jeweils bester Deutscher geworden. Doch zur avisierten Einzelmedaille fehlte ein ganzes Stück. Den WM-Titel über zehn Kilometer hatte sich erwartungsgemäß der in diesem Winter überragende Norweger Johannes Thingnes Bö gesichert. Trotz einer Strafrunde distanzierte er die fehlerlosen Alexander Loginow aus Russland und Quentin Fillon Maillet (Frankreich) deutlich und feierte seinen nunmehr 13. Saisonsieg.

Lesser beeindruckte derweil mit zwei Schnellfeuereinlagen; benötigte liegend nur 18 und stehend 21 Sekunden, um die je fünf Scheiben abzuräumen. Allerdings haderte er mit seiner Laufleistung: „Mir hat irgendwie die Power gefehlt, um weiter nach vorn zu kommen.“

Der Rückstand von mehr als einer Minute auf Bö ärgerte ihn – auch wenn er dem Weltcup-Spitzenreiter höchsten Respekt zollte: „Der ist so unfassbar krass in Form; der kann sich wirklich nur selbst schlagen.“

Und genau das tat Bö in der Verfolgung am Sonntag. Bis zur letzten Schießprüfung war er dem Feld meilenweit enteilt, schien sein drittes Gold nur noch abholen zu müssen – und patzte kräftig. Drei Strafrunden bedeuteten eine zu viel. Nutznießer war der Ukrainer Dimitri Pidruschni, der in seiner bisherigen Karriere noch nie auf dem Podest gestanden hatte. Er gewann vor Bö und Fillon Maillet.

Bei Lesser lief es in der Loipe deutlich besser als am Vortag. Dafür verballerte er mögliches Edelmetall im Stehendanschlag.

„Die Sache habe ich mir mit zwei Fehlern beim dritten Schießen verhagelt. Da war ich nicht hundertprozentig konzentriert“, meinte der 30-Jährige selbstkritisch. Trainer Mark Kirchner resümierte: „Wir waren nicht schlecht, aber auch nicht gut genug für das Podest. Da waren ein paar Fehlerchen zu viel dabei.“

Arnd Peiffer belegte die Ränge 9 und 13, Benedikt Doll wurde Elfter und Zwölfter.

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