Fußball-Oberliga

Erste Spielerverträge beim FC Rot-Weiß Erfurt sind unterzeichnet

Erfurt.  Beim FC Rot-Weiß Erfurt sind nach der Freigabe aus dem Insolvenzverfahren die ersten Verträge unterzeichnet worden.

Jan-Lucas Bärwolf gratuliert Donny Bogicevic (links) zum Führungstreffer.

Jan-Lucas Bärwolf gratuliert Donny Bogicevic (links) zum Führungstreffer.

Foto: Frank Steinhorst

Der Testspielgegner ist dort bereits angekommen, wo der FC Rot-Weiß Erfurt nach dem Absturz in die Fünftklassigkeit wieder hinkommen will. Beim 3:3 (2:0) gegen Regionalliga-Aufsteiger KSV Hessen Kassel war zugleich zu besichtigen, dass in Erfurt eine neue Zeitrechnung begonnen hat.

Mit einer Mannschaft aus lauter Talenten – Durchschnittsalter 19,4 Jahre – wird das einstige Drittliga-Gründungsmitglied einen Neuanfang starten. Und der wird schwer genug, nicht nur sportlich.

„Wir müssen es schaffen, bis Dezember die komplette Saison abzusichern“, sagte Präsident Dieter Steiger, nachdem tags zuvor die Einigung mit Volker Reinhardt über die Freigabe aus dem Insolvenzverfahren unterzeichnet worden war.

Trainerfrage ist noch offen

Profis wird es beim FC Rot-Weiß vorerst nicht geben. Am Wochenende vermeldete Erfurt die Unterzeichnung der ersten vier Verträge. Jan-Lucas Bärwolf (19), Patrick Meier (19) sowie die Rückkehrer Eric Stelzer (25) und Marc Fleischhauer (20), die zuletzt im Kader von Verbandsligist SV 09 Arnstadt standen, hatten als erste Spieler unterschrieben. Ziel ist es, bis zum Mittwoch etwa 90 Prozent des Kaders unter Vertrag genommen zu haben.

Offen ist bis jetzt auch noch, wer neuer Trainer werden soll. Wunschkandidat von Präsident Steiger ist Armin Friedrich, der unter Thomas Brdaric einst als Co-Trainer des FC Rot-Weiß arbeitete und zuletzt im Nachwuchsprojekt von Drittligist FC Hansa Rostock tätig war. In den zurückliegenden Wochen war es der bisherige U-17-Trainer Manuel Rost, der die im Aufbau befindliche Erfurter Oberliga-Elf betreute.

Steigt Franz Gerber als neuer Investor ein?

Die wohl entscheidende Frage ist aber, ob tatsächlich Franz Gerber als neuer Investor einsteigt. Er hatte sich bis Montag eine Bedenkzeit erbeten, obwohl zuletzt offenbar alle strittigen Punkte in den Freigabe-Verhandlungen ausgeräumt waren.

Gibt es vorerst kein Investoren-Modell, würde das die Zukunftsplanung erheblich erschweren. Noch müssen Verträge mit potenziellen Sponsoren unterzeichnet werden. Mit den in Aussicht gestellten 300.000 Euro wird es schwierig, die Saison problemlos zu meistern.

3:3 gegen Kassel

Zunächst jedoch schien die junge Erfurter Elf durch die erfolgreiche Freigabe aus dem Insolvenzverfahren beflügelt. „Nach dieser Nachricht waren wir alle erleichtert. Das hat man auch heute auf dem Feld gesehen“, sagte Trainer Manuel Rost, dessen Mannschaft gegen Kassel sogar 3:0 führte, bevor der unter anderem mit dem Ex-Nordhäuser Nils Pichinot besetzte Gast in den letzten 20 Minuten noch den Gleichstand herstellte. Trotzdem lobte Rost in der Ansprache an seine Spieler direkt nach dem Schlusspfiff die Leistung. „Riesen Respekt, absolut positive Leistung“, sagte Rost an die Mannschaft gerichtet.

Donny Bogicevic (22.), Hans Oeftger (41.) per Foulelfmeter mit straffem Schuss ins linke untere Eck sowie Thilo Gildenberg (59.) hatten den FC Rot-Weiß auf dem Trainingsgelände Cyriaksgebreite in dem Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit deutlich in Führung gebracht.

Nur ganz kurz schauten drei Polizeibeamte auf dem Platz vorbei, ob die ganz wenigen zugelassenen Beobachter die Corona-Regeln einhalten. Dann war man beim FC Rot-Weiß Erfurt wieder unter sich.

Mahir Saglik mit einem Doppelschlag (71./74.) und Pichinot mit einem sehenswerten Kopfball (86.) stellten schließlich den Ausgleich für den Regionalliga-Aufsteiger her. Für Kassel war es das erste Testspiel während der Vorbereitung. Trotz der drei Gegentreffer war Erfurts Interimstrainer zufrieden. „Es war für mich überraschend, dass wir in den ersten 60 Minuten sehr guten Fußball gespielt und Kassel teilweise sogar dominiert haben“, erklärte Rost.

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