„Unsere Qualität wird sich durchsetzen“: Trainer des FF USV Jena weiter zuversichtlich

Jena  Cheftrainer Steffen Beck im Interview über den Fehlstart in die Saison der zweiten Frauen-Bundesliga, die Gründe und die Aussichten für den FF USV Jena.

Steffen Beck, der Trainer des FF USV Jena, konnte erst einen Punkt sammeln.

Steffen Beck, der Trainer des FF USV Jena, konnte erst einen Punkt sammeln.

Foto: Jürgen Scheere

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Nach fünf Spielen ist Bundesliga-Absteiger FF USV Jena mit einem mageren Pünktchen nur Vorletzter im Fußball-Unterhaus der Frauen. Wir sprachen mit Cheftrainer Steffen Beck über die Situation.

Herr Beck, ist das eine Krise?

Nein. Wir wussten, dass es schwer wird. Dass es so schwer wird, überrascht uns. Die Ergebnisse täuschen über die Spiele hinweg. Wir hatten immer unsere Chancen, die wir uns herausspielen – nur wir schaffen es nicht, das Tor zu treffen.

Was macht Sie zuversichtlich?

Dass es Kleinigkeiten sind, die wir ändern oder abstellen müssen. Wenn wir uns keine Chancen mehr herausarbeiten würden, dann könnten wir von einer Krise reden. Fakt ist aber auch, dass der eine bisher geholte Punkt für unsere Ansprüche zu wenig ist.

Ist die zweite Liga härter als gedacht?

Ja und nein. Wir wussten, dass die Qualität durch die Eingleisigkeit gestiegen ist und dass man in jedem Spiel Top-Leistung zeigen muss, um eine Chance zu haben. Es haben alle nachgerüstet; hinzu kommen die zweiten Mannschaften, die ebenso das abrufen, was man von ihnen erwarten kann. Was uns überrascht, ist der Verlauf der Saison.

Wäre es nicht sinnvoll, eine U-20-Bundesliga einzuführen, in der die ganzen Reserveteams spielen?

Nein. Der Sinn ist ja, diese jungen Spielerinnen an den Leistungsfußball heranzuführen. Und dieses Ziel wird ja so erreicht.

Reden wir über Neuseeland. Ein tolles Land mit tollen Fußballspielerinnen – eine, Aimee Philipps, ist seit fast acht Wochen da, darf aber nicht spielen. Woran scheitert es?

Natürlich nervt das. Wir haben da eine Spielerin, die enorm viel Potential hat, die die Mannschaft mit ihrer Mentalität mitreißen kann. Und die fehlt uns. Ich frage immer, wann sie nun spielen kann und bekomme immer die Antwort, dass man daran arbeite. Und darauf vertraue ich auch, dass wir sie am Wochenende einsetzen können.

Ist sie ein Puzzlestein, der den Dominoeffekt hin zum Erfolg auslösen könnte?

Möglich. Aber es wäre vermessen, sie als Heilsbringer hinzustellen. Wir haben eine gute Mannschaft, die mit ihr noch stärker werden kann.

Sie haben Susann Utes, Lisa Seiler und viele andere, die Bundesliga-Erfahrung mitbringen, die in den Junioren-Nationalteams spielen. Was fehlt, dass es trotzdem nicht klappt.

Das Glück. Betrachten wir nur das 0:2 von München am vergangenen Wochenende. Dort zünden sie immer noch eine Kerze an, weil sie dieses Spiel gewonnen haben. Wir hatten so viele Möglichkeiten, die wir einfach nicht nutzen. Das zieht sich durch die Saison. Mal in Führung zu gehen, sich für den hohen Aufwand zu belohnen, das fehlt uns. Natürlich haben diese Spielerinnen alle Erfahrung – aber sie stecken jetzt auch in einer Situation, in der sie in der vergangenen Saison auch schon waren.

Haben die Spielerinnen Angst?

Das kann ich nicht beurteilen. Natürlich merken wir, dass hier und da der Mut fehlt. Aber das ist normal.

Besteht die Gefahr, durchgereicht zu werden?

Nein. Wir haben ausreichend Qualität und die wird sich durchsetzen.

Es gibt Verantwortungsträger im FF USV, die recht offensiv einen Übertritt zum FC Carl Zeiss lancieren und forcieren. Haben Sie sich schon mit der Zeiss-Linse beschäftigt?

Nein. Für mich ist klar: Ich habe einen Vertrag beim FF USV und den möchte ich erfüllen. Was vielleicht in einem Jahr sein wird, weiß ich nicht. Dazu sind wohl noch sehr viele Gespräche nötig, um das zum Abschluss zu bringen.

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