VfL Bochum - Mit ambitionierten Zielen

Zweitligist VfL Bochum will um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mitspielen.

Das letzte Spiel der Saison gegen den FC St. Pauli konnte der VfL Bochum für sich entscheiden.

Das letzte Spiel der Saison gegen den FC St. Pauli konnte der VfL Bochum für sich entscheiden.

Foto: Bernd Thissen/dpa

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Nein, dass er einmal so etwas wie sein Nachfolger werden könnte, hätte der 24-jährige Dimitrios Diamantakos nicht gedacht. Damals, als er mit 14 Jahren gebannt verfolgte, wie Landsmann Theofanis Gekas im Trikot des VfL Bochum Torschützenkönig in der 1. Bundesliga wurde.

Das hat bis heute Folgen: Als der Klub im Juni die Verpflichtung des Griechen bekanntgab, frohlockten die Fans an der Castroper Straße: Endlich wieder Sirtaki im Bochumer Stadion! Die Melodie des griechischen Volkstanzes wurde immer dann gespielt, wenn Gekas getroffen hatte. Und so soll auch der griechische Nationalspieler Diamantakos in der kommenden Saison dafür sorgen, dass der Jingle häufig an der VfL-Spielstätte angespielt wird. Nostalgie gepaart mit Erwartungshaltung.

Der VfL hat sich ambitionierte Ziele verordnet. Mindestens oben angreifen. Das ist die Ansage für die neue Saison. Trainer Gertjan Verbeek hat sie beim Trainingsstart so formuliert: „Ich bin vor zweieinhalb Jahren gekommen mit der Ambition, in die erste Liga aufzusteigen. Wenn uns das nach dreieinhalb Jahren nicht gelingt, muss ich mich auch fragen, ob ich gut genug dafür bin.“

Mit dem Wissen, dass der Vertrag des Niederländers 2018 endet, kann diese Aussage bedeuten: Der VfL will hoch.

Richtig ausgesprochen hat es noch niemand. Vielleicht trauen sie sich auch nicht so recht, das Wort Aufstieg tatsächlich in den Mund zu nehmen. Routinier und Innenverteidiger Tim Hoogland (31) jedenfalls ist zuversichtlich, dass der VfL nicht zu hoch ins Regal greift, wenn er die Vorjahresmarke (Platz neun) in der Endabrechnung der nächsten Spielzeit deutlich überbieten will.

„Ich sehe etwa zehn Mannschaften, die auf einem gleichen Niveau spielen. Es wäre töricht und fatal, wenn wir an uns selbst nicht den Anspruch hätten, da oben mitzuspielen.“

Fakt ist: Die bisherigen Transfers sprechen eine deutliche Sprache. Neben Stürmer Diamantakos wurden Angreifer Lukas Hinterseer von Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt sowie Linksverteidiger Danilo Soares von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet.

Dabei offenbarte sich das gute Auge von Sportvorstand Christian Hochstätter. Der Ex-Profi verpflichtete ausnahmslos Spieler, die ablösefrei auf dem Markt waren. Dabei hätte der VfL sich durchaus erlauben können, einen Spielertransfer zu bezahlen. Denn Hochstätters Vorstandskollege Wilken Engelbracht, der die Finanzen des Zweitligisten verantwortet, darf sich ebenfalls auf die Schulter klopfen: Erstmals hat die Deutsche Fußball-Liga dem VfL die Lizenz für das Fußball-Unterhaus ohne Bedingungen und Auflagen erteilt.

Spielerverkäufe wie der von Simon Terodde sowie finanzielle Beteiligungen bei Weiterverkäufen ehemaliger VfL-Spieler (Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Onur Bulut und Michael Gregoritsch) waren Teil einer weitsichtigen Finanzpolitik. Doch sie haben sich auch sportlich ausgewirkt: Ohne Terodde, der 25-malige Torschütze der Saison 2015/16, tat sich der VfL in der Offensive schwer.

In diesem Sommer haben die Bochumer alle Leistungsträger gehalten, es hat keinen Rückschlag gegeben. Die Langzeitverletzten kehren zurück. Nahezu der gesamte Kader ist fit. Alle Spieler sind motiviert, es anzugehen. Diese Argumente sprechen für den VfL.

Und dann ist da noch Dimitrios Diamantakos, der im Stadion gern den Sirtaki hören würde.

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