Bayern oder Dortmund? Thüringen im Fußball-Fieber

London. Dortmund oder Bayern? Rot oder Schwarz-Gelb? Wenn am Samstag im Wembley-Stadion der Italiener Rizzoli um 20.45 Uhr (ZDF und Sky) das Champions-League-Finale anpfeift, sind auch viele Thüringer im Fußballfieber. Selbst beim Rennsteiglauf drehen sich die Gespräche darum.

Thüringer Fußballfans trafen sich auf unseren Aufruf hin an der berühmten Londoner Tower Bridge: Hubert W. Boettcher und seine Frau Ulrike Bischof aus Weimar, Falk Fischer und Heiko Kulka aus Erfurt, Achim Taubert und Matthias Löbnitz aus Apolda, Marcus und Marcel Grünewald aus Hauteroda sowie Ralf Wildenauer und sein Sohn Dennis aus Holzhausen. Foto: Sascha Fromm

Thüringer Fußballfans trafen sich auf unseren Aufruf hin an der berühmten Londoner Tower Bridge: Hubert W. Boettcher und seine Frau Ulrike Bischof aus Weimar, Falk Fischer und Heiko Kulka aus Erfurt, Achim Taubert und Matthias Löbnitz aus Apolda, Marcus und Marcel Grünewald aus Hauteroda sowie Ralf Wildenauer und sein Sohn Dennis aus Holzhausen. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Denn das erste rein deutsche Endspiel interessiert auch jene, die sonst mit Torjubel oder Abseits nichts zu tun haben wollen. Glücklich dürfen sich die Fans schätzen, die die Partie in London live verfolgen können. Regulär kostete ein Ticket zwischen 70 und 400 Euro, auf dem Schwarzmarkt wurde es zuletzt für tausende Euro gehandelt.

Thüringer, die bereits in London sind, folgten gestern dem Aufruf unserer Zeitung und trafen sich mit Fotograf Sascha Fromm auf der Tower Bridge.

"Ich stamme aus München. Da ist ja klar, wem ich die Daumen drücke", sagt Ralf Wildenauer aus der Wachsenburggemeinde.Mit Sohn Denis (12) hat er bereits beim Fan-Festival die gute Stimmung genossen. Sein Tipp: "3:1 für Bayern."

Marcel und Marcus Grünewald, Brüder aus Hauteroda im Kyffhäuserkreis, sehen das ganz anders: "Ein 1:0-Sieg durch ein Tor von Lewandowski kurz vor Schluss", sagt Marcel voraus.

Neutralität ist selten - auch in Thüringen, wo zu Hause vor dem Fernseher mitgefiebert wird oder in gemeinschaftlicher Atmosphäre in Restaurants und Bars. In zahlreichen Orten zwischen Eichsfeld und Eisfeld werden Ereignisse extra wegen des Spiels verschoben. Die "Lange Nacht der Technik" in Ilmenau zählt nicht dazu: Projektleiterin Sabine Jackisch meint: "Wir werden keine große Leinwand aufbauen, wollen das Spiel aber in etwa der Hälfte der 23 Veranstaltungsgebäude zeigen".

Auffällig ist, dass viele Fußball-Experten an den FC Bayern glauben. Sowohl der aus Erfurt stammende Bremer Profi Clemens Fritz als auch Ex-Nationalspieler Thomas Linke sagen einen 3:1-Sieg voraus.

Im TA-Ted hatten jedoch rund 60 Prozent einen Dortmund-Sieg vorausgesagt. Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein glaubt daran. Aber was zählt das zum Anpfiff noch? Nichts mehr, entscheidend ist auf dem Platz. Thüringen wird mitjubeln oder mittrauern.

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