Benedikt Seipel von der SG DJK Struth/Diedorf: „Habe bei RB Leipzig sehr viel gelernt“

Christian Roeben
| Lesedauer: 3 Minuten
Engagiert an der Seitenlinie: Benedikt Seipel, der neue Trainer des Fußball-Landesklässlers SG DJK Struth/Diedorf.

Engagiert an der Seitenlinie: Benedikt Seipel, der neue Trainer des Fußball-Landesklässlers SG DJK Struth/Diedorf.

Foto: Rocco Menger

Struth.  Er hat zuletzt für Bundesligist RB Leipzig gearbeitet – nun will Benedikt Seipel als Trainer mit der SG DJK Struth/Diedorf für Furore sorgen.

Der neue Trainer des Fußball-Landesklässlers SG DJK Struth/Diedorf kommt von Bundesligist RB Leipzig: Ab der kommenden Saison 2021/22 wird Benedikt Seipel die SG als hauptverantwortlicher Coach trainieren. Nach zwei Jahren im Leipziger Nachwuchsleistungszentrum, in denen Seipel zuerst die U15 und zuletzt die U19 RB´s als Co-Trainer betreute, zieht es den 34-Jährigen zurück in heimatliche Gefilde. Dort löst er seinen Bruder Andreas ab, der sich fortan wieder verstärkt um den Nachwuchs kümmern will.

Den Schritt zurück sieht der in Mühlhausen geborene A-Lizenz-Inhaber, der drei Jahre lang das Fußball-Internat „Soccer City“ in Lengenfeld unterm Stein leitete, nicht als Rückschritt an. „Ich bin ein Familienmensch. Außerdem strebe ich sportlich immer nach dem Maximum“, erklärt Seipel. Da war das Engagement beim Landesklässler, der kurz- und mittelfristig nach höheren fußballerischen Gefilden strebt, ein logischer Schritt.

Traum vom DFB-Pokal

Denn Seipel, der seit rund 30 Jahren im Fußball unterwegs ist und einst für den Halleschen FC, Lok Leipzig und Wacker Nordhausen knapp 100 Regionalliga- und Oberligaspiele bestritt, sieht bei seinem neuen alten Klub viel Potenzial. „Warum soll hier nicht auch höherklassiger Fußball möglich sein? Es müssen ja nicht immer nur Erfurt oder Jena sein. Wer gute Arbeit leistet, der soll auch vorankommen“, unterstreicht der Sport- und Politiklehrer, der in Halle unterrichtet.

Ein bisschen träumen müsse deshalb auch erlaubt sein, findet Seipel, der während seiner Zeit in Leipzig auch mal „Smalltalk mit Julian Nagelsmann“ hielt: „Irgendwann die erste Hauptrunde im DFB-Pokal zu erreichen, das wäre schon was...“

Doch vor möglichen Duellen gegen die Branchenriesen wie Bayern, Dortmund oder seinen Ex-Verein RB gilt es erstmal, sich in der kommenden Serie gegen Kontrahenten wie Büßleben, Walschleben oder Arenshausen schadlos zu halten. Wie das gelingen soll? Vor allem dadurch, dem Team dabei zu helfen, kontinuierlich die beste Leistung abrufen zu können, sagt Seipel: „Ich habe in den zwei Jahren bei RB Leipzig sehr viel gelernt. Dieses Wissen will ich nun weitergeben. Ich habe ein ehrliches Interesse daran, jungen Menschen dabei zu helfen, ihr bestmögliches Potenzial zu entfalten.“

Offensiver und aktiver Fußball

Mit Routiniers wie Norman Wohlfeld und Christoph Göbel, die früher höherklassig gekickt haben, hat der neue SG-Trainer dabei erfahrene Akteure mit im Boot, die als Leistungsträger vorangehen sollen. „Ich war selber Offensivspieler, von daher will ich gerne auch offensiven und attraktiven Fußball spielen lassen, der im Idealfall viele Zuschauer anlockt“, verrät der A-Lizenz-Inhaber, der von Heiko Fischer als Co-Coach unterstützt wird.

Mindestens ebenso wichtig wie Aufstellung und Taktik ist Seipel die soziale Komponente – Stichwort Empathie. „Ich möchte die Spieler mitnehmen. Nicht von oben herab Entscheidungen treffen, sondern immer ein offenes Ohr haben, auf und neben dem Platz“, beschreibt der 34-Jährige. „Fördern und fordern“ sowie mit Spaß, aber leistungsorientiert zu arbeiten, das schwebt Struth/Diedorfs neuem Trainer vor.

Vielleicht kann Seipel dank dieses Mixtur dann ja irgendwann wieder Smalltalk mit Julian Nagelsmann halten – wenn sich beide mit ihren Teams in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegenüberstehen. Dann wäre für Seipel und den ganzen Verein ein Traum wahr geworden.