Thüringer Fans feiern mit dem FC Bayern den 24. Meistertitel

Erfurt. Frank Dietzel hatte Freudentränen in den Augen. "Es war ein Wahnsinnsabend. Es ist schön, in so einer geschichtsträchtigen Stunde dabei zu sein", sagte der Bad Salzunger.

Bischlebens Bayern-Fanclub "Geratal" kann einen weiteren Titel bejubeln. Archivfoto: Susann Fromm

Bischlebens Bayern-Fanclub "Geratal" kann einen weiteren Titel bejubeln. Archivfoto: Susann Fromm

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Mit gut 20 weiteren Thüringern vom Bayern-Fanclub-Verbund Thüringen erlebte er im Berliner Olympia-Stadion hautnah mit, wie die Münchner mit dem 3:1 über Hertha den frühesten Meistertitel der Bundesliga-Historie perfekt machten.

"Daran hatte ich zu Saisonbeginn nicht mal im Traum gedacht", erinnert sich Dietzel. Doch nun könnten noch weitere Rekorde purzeln. "Vielleicht kommt die Truppe ja ungeschlagen durch die Saison", hofft er. Am 26. April chartern die Fans aus dem Wartburgkreis und der Gothaer Region einen großen Bus und touren zum vorletzten Heimspiel gegen Bremen.

40 Leute vom Fanclub "Erfordia" werden dies schon Samstag tun. "Wir hatten zu Jahresbeginn darauf spekuliert, dass sich Bayern den Titel daheim gegen Hoffenheim sichert - und Karten dafür bestellt. Knapp vorbei!", sagte Andreas Stricker.

Der Erfurter weiß: An FCB-Tickets zu kommen, "ist wie ein Lotteriespiel. Für Berlin hat es nicht geklappt. Dafür können wir es nun genießen", so der 49-Jährige und hofft, dass Samstag die Sektdusche für Pep Guardiola nachgeholt wird. Arjen Robben kündigte sie gestern an. "Ich hatte gedacht, Pep würde länger brauchen, um dem Team seinen Stempel aufzudrücken - ich habe Riesenrespekt", sagt Stricker, der sich mit Sohn Daniel (13) auch das Saisonfinale gegen Stuttgart am 10. Mai in München gönnt. Dann gibt‘s auch die Schale.

Die Sportlerklause in Bischleben bebte ebenfalls, als der Titelgewinn feststand. 25 Mitglieder des Fanclubs "Geratal" hatten hier vor dem TV-Gerät mitgefiebert. "Ehrlich: Ich hatte vorigen Sommer gedacht, es wird viel schwieriger", sagt Mario Gräßler. Als die Trainerwahl auf Pep Guardiola fiel, war er " absolut nicht überzeugt, doch er hat bewiesen: Was er anfasst, hat Hand und Fuß. Er ist ein Genie und Sympathieträger zugleich", findet der Fanclub-Chef.

Dass Guardiola mit seinem Spielsystem noch erfolgreicher als Jupp Heynckes ist, hat nicht nur den Thüringer "völlig verblüfft". Und es sei bemerkenswert, dass die Steueraffäre um Uli Hoeneß "überhaupt keine Unruhe in den sportlichen Bereich getragen hat". Guardiola betonte nach dem Berlin-Spiel prompt: "Die Meisterschaft ist für Uli Hoeneß, die wichtigste Person im Verein."

Ob der Ex-Präsident am 12. April im Stadion oder im Gefängnis sitzt, ist offen. Zehn "Gerataler" werden dann jedenfalls in München das Top-Spiel gegen Dortmund erleben. "Zumindest für den BVB - der am Saisonbeginn vollmundig ankündigte, mithalten zu wollen - geht es dann ja noch um etwas", sagt Gräßler, der nun noch auf die Titelverteidigung in der Champions League hofft.

Dortmund-Trainer Jürgen Klopp gratulierte derweil artig, fast demütig: "Vor dieser Konstanz und Gier auf dem Platz ziehe ich den Hut. Wir sehen euch zwar, brauchen aber trotzdem ein Fernrohr."

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