Fußball, Thüringenliga

Der Kapitän und sein Hammer-Jubel

Gera.  Mit zwei Treffern gegen Arnstadt ging Wismut-Kapitän Florian Schubert in Arnstadt gut voran. Am Sonnabend kommt Bad Frankenhausen nach Gera

Bereits seine fünfte Spielzeit für Wismut Gera absolviert Kapitän Florian Schubert (rechts). Der 24-Jährige ist nach Rico Heuschkel der zweiterfolgreichste Torschütze seiner Elf.

Bereits seine fünfte Spielzeit für Wismut Gera absolviert Kapitän Florian Schubert (rechts). Der 24-Jährige ist nach Rico Heuschkel der zweiterfolgreichste Torschütze seiner Elf.

Foto: Jens Lohse

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Mit zwei Treffern ging der Geraer Wismut-Kapitän Florian Schubert am letzten Sonnabend in Arnstadt mit gutem Beispiel voran. „Angesichts der vielen Ausfälle war eine Teamleistung gefragt. Wenn wir erfolgreich sein wollten, mussten alle an einem Strang ziehen. Dessen waren wir uns von Anfang an bewusst. Jeder innerhalb der Mannschaft hat dem anderen geholfen. Wir haben uns gepusht, uns gegenseitig gefeiert“, kommt der 24-Jährige noch Tage nach dem Dreier ins Schwärmen. „Spätestens nach der krankheitsbedingten Abmeldung von Torjäger Rico Heuschkel musste jeder an seine Schmerzgrenze und eventuell auch darüber hinaus gehen“, ist der Wahl-Geraer zurecht stolz auf seine Mannschaft. Warum der Wismut-Motor zuletzt immer mehr ins Stocken geriet, dafür hat der Facharbeiter für Lagerlogistik beim Metallhandel Gera, der dort auch seine Ausbildung absolvierte, keine richtige Erklärung. „Ich hoffe, es geht jetzt auf- und vorwärts. Diese ständige Berg- und Talfahrt mit guten und schlechten Leistungen macht keinen Spaß“, so Schubert. Bei den Orange-Schwarzen werden die Partien derzeit in der Abwehr gewonnen. „Wir hatten in der Woche vor dem Arnstadt-Spiel im Training besonderen Wert auf die Stabilität der Viererkette gelegt. Jeder kannte seine Aufgabe. Außer beim Ausgleich nach einem Standard haben wir ganz ordentlich gestanden und im Vergleich zu den vorherigen Begegnungen dem Kontrahenten nicht sonderlich viele Chancen gestattet.“ Umso besser lief es vorn. Für Florian Schubert sprangen die Saisontreffer sieben und acht heraus. „Diese Quote ist für einen Mittelfeldspieler nicht schlecht. Ich bin jetzt schon die fünfte Saison in Gera, fühle mich hier pudelwohl. In der kurzen Zeit habe ich schon viel miterlebt, Trainer wir Rene Grüttner, Patrick Posselt, Carsten Hänsel und Frank Müller kommen und gehen sehen. Das verbindet“, sagt der 24-Jährige, der 2015 vom Chemnitzer FC II nach Gera gewechselt war, seine fußballerische Ausbildung zuvor beim FC Carl Zeiss Jena genossen hatte. Während viele über die Jahre das Handtuch warfen und die Wismut wieder verließen, blieb er und baute sich in der Elsterstadt seinen Lebensmittelpunkt auf. Mittlerweile ist er hier verwurzelt. Besonders fühlt er sich zu den Fans hingezogen, feiert fast jeden seiner Treffer mit ihnen und den zu Hämmern gekreuzten Unterarmen über dem Kopf. „Das haben sich unsere Fans verdient. Woche für Woche, bei Wind und Wetter und egal wie gut oder schlecht wir spielen, sind sie mit uns unterwegs. Da will ich etwas zurückgeben“, sagt Florian Schubert. Nur der erste Weg nach dem 2:1 in Arnstadt führte ihn nicht zu den Fans - sondern zu Trainer Marcus Dörfer, den der Kapitän in die Arme nahm. „Er leistet als junger Trainer hier eine sehr gute Arbeit, führt viele Einzelgespräche und nimmt jeden Spieler mit. Das hatte ich so nicht erwartet, hat mich positiv überrascht. Deshalb habe ich ihm mein zweites Tor gewidmet. Ich wollte ihm etwas von dem Vertrauen zurückgeben, das er als Kapitän in mich investiert hat“, erklärt er. Vor dem Sonnabend-Gegner Bad Frankenhausen warnt Florian Schubert. „Das ist gefährlich. Alle fragen nur, wie hoch wir gewinnen und fordern schon wieder ein großes Spektakel. Wir sollten das Spiel deshalb wie das letzte in Arnstadt angehen. Wir peilen hinten die Null an. Dieses Ziel steht immer noch aus. Das ist mehr symbolisch, würde uns aber Sicherheit verleihen“, so der 24-Jährige, der mit der Rückkehr von Rico Heuschkel und Marcel Kießling rechnet. Den Abstand zu Spitzenreiter FC An der Fahner Höhe wollen die Geraer bis zur Winterpause zumindest nicht weiter anwachsen lassen. „Platz eins bis drei war unser Saisonziel, das wir erreichen wollen und können. Mit Eisenberg und Weimar warten anschließend noch weitere schwere Gegner. Das Schortental ist immer ein heißes Pflaster und mit Weimar haben wir noch eine alte Pokal-Rechnung offen“, weiß der Wismut-Spielführer, der mit seinen Orange-Schwarzen bis zur Winterpause noch möglichst neun Zähler einfahren will.

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