Ehemaliger Rot-Weiß-Co-Trainer Friedrich kämpfte ums Überleben

Erfurt.  Der ehemalige Co-Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt, Armin Friedrich, hatte eine Lungenembolie. „Die Chancen standen 50:50“, sagt er heute.

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: RWE-Co-Trainer Armin Friedrich.

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: RWE-Co-Trainer Armin Friedrich.

Foto: Sascha Fromm

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Armin Friedrich hat es gelernt, auch einmal inne zu halten. Unter diesen Umständen konnte er im Frühjahr den Stillstand durch die Corona-Zwangspause durchaus für sich nutzen, um vorwärts zu kommen. „Es wäre sicher besser gewesen, die Talente und Trainer im Spielbetrieb zu erleben. Aber so hatte ich die Gelegenheit, alle in Ruhe viel besser kennenzulernen“, sagt der einstige Co-Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt, der seit dem 1. Februar beim Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock zum Führungstrio des Nachwuchsleistungszentrums um Ex-Nationalspieler Stefan Beinlich als deren Chef gehört.

Für den 45-Jährigen endeten damit turbulente Monate, in denen für ihn der Fußball von einem auf den anderen Tag in den Hintergrund rückte. Und es erwies sich als glückliche Fügung, dass er nur zwei Tage nach dem Regionalliga-Rückzug des FC Rot-Weiß im Januar eine neue Perspektive aufgezeigt bekam. Im vergangenen September musste sich Friedrich einer routinemäßigen, ambulanten Operation unterziehen. Wenig später erkrankte er nach einer Thrombose an einer Lungenembolie – ein Schock. „Die Chancen für mich standen bei 50:50. Das war kein gutes Gefühl. Ich hatte Probleme, mich zwei Stunden zu konzentrieren“, sagt Friedrich beim Blick zurück.

Training und Spiele analysiert

Beim FC Rot-Weiß saß er neben dem damaligen Cheftrainer Thomas Brdaric als Co auf der Erfurter Bank und rackerte nicht nur auf dem Platz, sondern analysierte hinterher Spiele sowie Training und brachte sogar eine Drohne zum Einsatz, um so die Laufwege auf dem Rasen besser darstellen zu können. Zeit zum Ausruhen blieb da nicht.

Als er später krankgeschrieben war, schlitterte der Regionalligist derweil immer tiefer in die Krise. „Eigentlich wollte ich gar nicht nach Rostock. Aber die Gespräche mit Stefan Beinlich und Vorstand Martin Pieckenhagen haben mich vom ersten Augenblick an begeistert“, sagt Friedrich, der einen Vertrag bis Juni 2022 unterschrieben hat und all seine Erfahrungen – als Sportwissenschaftler, DFB-Stützpunkttrainer oder aus seiner Arbeit für den südkoreanischen Verband und die chinesische U17-Nationalelf – einbringen kann.

Für ihn hat sich sozusagen der Kreis geschlossen. Als Rostocks A-Junioren mit Manfred Starke und Kevin Pannewitz – später unter anderem in Jena unter Vertrag – im Juni 2010 in Leverkusen die deutsche Meisterschaft gewannen, saß er auf der Tribüne. „Wie Hansa damals aufgetreten ist, da wollen wir nun wieder hin“, sagt Friedrich.

Gelernt, auf sich aufzupassen

Sein großes Ziel ist es, dass die Hansa-Junioren irgendwann in die Bundesliga aufsteigen: „Wir müssen es schaffen, dass die Talente schneller den Sprung zu den Profis schaffen.“ Der Nachwuchs ist inzwischen zum Training auf dem Platz zurück. Und Friedrich hat es in Corona-Zeiten gelernt, auf sich aufzupassen. Einst leistete er seinen Zivildienst auf der Intensivstation des Krankenhauses im heimatlichen Weingarten am Bodensee ab. „Ich habe keine Angst. Ich weiß, wie man sich schützt und richtig die Hände wäscht.“ Als er noch in Erfurt unter Vertrag stand, wollte er bis März auf eine Rückkehr auf den Fußballplatz warten. Plötzlich ging es aber mit dem neuen Vertrag ganz schnell. Sogar einen Gang zurückzuschalten hat er gelernt. „Die Arbeit in Rostock ist effektiver. Mir macht das richtig Spaß."

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