Darum gab es noch keine Rettung für den FC Rot-Weiß Erfurt

Erfurt.  Insolvenzverwalter und Verein verhandeln noch immer über die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt. Offenbar gibt es nur noch einen strittigen, aber entscheidenden Punkt, der nicht geklärt ist.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt verhandelt weiterhin über die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt (Archivfoto).

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt verhandelt weiterhin über die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt (Archivfoto).

Foto: Sascha Fromm

Hinter den Kulissen wird um eine Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt gerungen, sogar eine Pressekonferenz wurde am Mittwoch kurzfristig abgesagt. Nun ist in den sozialen Medien darüber diskutiert worden, warum sich offenbar Insolvenzverwalter Volker Reinhardt sowie der Verein und Investor Franz Gerber noch immer noch nicht einig geworden sind. Einziger strittiger, aber wohl entscheidender Punkt soll demnach sein, wie mit den Marken- und Namensrechten verfahren wird.

Seit Beginn des Insolvenzverfahrens vor mehr als zwei Jahren liegen diese bei Reinhardt. Wie damit nach der angestrebten Freigabe umgegangen werden soll, ist in den Verträgen mit dem Verein sowie der neu zu gründenden Spielbetriebs GmbH geregelt. In jenem Punkt allerdings hat sich der Insolvenzverwalter offenbar nach wie vor nicht bewegt. Er bietet die Nutzung des Namensrechtes an, aber nicht die sofortige Übertragung an den FC Rot-Weiß Erfurt. Allein das wäre kein Hindernis.

Entscheidend für den FC Rot-Weiß und dessen dauerhaft gesicherte Zukunft ist es, dass im Vertrag geklärt wird, dass während des noch laufenden Insolvenzverfahrens der Verkauf der Rechte ausgeschlossen ist. Jener Absatz fehlt offensichtlich und ist wohl genau der strittige Punkt. Verein und Investor müssen jedoch ohne diesen Passus befürchten, möglicherweise in nicht kalkulierbare finanzielle Abhängigkeiten von Dritten zu geraten.

Weitere Modalitäten sollen bereits geklärt sein

Dagegen sollen entgegen der öffentlichen Erklärung von Reinhardt die weiteren Modalitäten zur ersten Mannschaft und dem Nachwuchszentrum sowie die Zusammenarbeit zwischen Verein und Investor bereits geklärt sein. Am Freitag wollen sich der Insolvenzverwalter sowie Verein und Franz Gerber noch einmal an einen Tisch setzen.

Dabei sind die Diskussionen um die Marken- und Namensrechte längst ein Dauerthema. Welche Brisanz sie beinhalten, wurde bereits in einer Erklärung des Fanrates des FC Rot-Weiß vom 18. Juni deutlich. Dort warnte man vor dem Einbehalt der Marken- und Namensrechte sowie vor allem den möglichen Verkauf an Dritte durch den Insolvenzverwalter. „Wer ernsthaft eine solche Vereinbarung durchdrücken will, schädigt den FC Rot-Weiß Erfurt massiv – und zwar in zentralen Fragen seiner Identität und damit in seinem Überleben“, hieß es damals in der Pressemitteilung des Fanrates, der an die handelnden Gremien des Vereins appellierte, eine solche Vereinbarung nicht zu unterschreiben. Genau das passiert offenbar gerade.

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