FC Rot-Weiß Erfurt: Bornemann erwägt rechtliche Schritte gegen Reinhardt

Erfurt.  Beim FC Rot-Weiß Erfurt tobt ein Kampf um die Deutungshoheit, wer für den Absturz verantwortlich ist. Ex-Sportdirektor Oliver Bornemann erwägt rechtliche Schritte gegen den Insolvenzverwalter.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt (li.) hat Ex-Sportdirektor Oliver Bornemann für die Misere mitverantwortlich gemacht. Der wehrt sich nun.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt (li.) hat Ex-Sportdirektor Oliver Bornemann für die Misere mitverantwortlich gemacht. Der wehrt sich nun.

Foto: Sascha Fromm

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Als das Punktspiel gegen den FC Energie Cottbus angepfiffen werden sollte, standen die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt sprichwörtlich im Regen. Unter grauen Wolken bevölkerten knapp 1000 Anhänger mit Schals, Fahnen und in rot-weiße Trikots gekleidet ein letztes Mal die Südtribüne, um ihre Verbundenheit zum Club trotz des für sie schmerzhaften Rückzuges aus der Regionalliga zu demonstrieren. Im Hintergrund tobt derweil der Kampf um die Deutungshoheit, warum es zum schwärzesten Tag in der Clubgeschichte kommen musste.

Ex-Sportdirektor Oliver Bornemann wies die Vorwürfe von Insolvenzverwalter Volker Reinhardt zurück. Dieser hatte ihn im MDR-Gespräch scharf angegriffen und für den außer Kontrolle geratenen Etat mitverantwortlich gemacht. „Ich habe das Interview zur Kenntnis genommen und dabei festgestellt, dass darin haarsträubende Fehler und Unrichtigkeiten, was meine Person betrifft, enthalten sind“, sagte Bornemann unserer Zeitung.

Bornemann prüft rechtliche Schritte gegen Reinhardt

Für ihn ist die Sache keineswegs erledigt. „Infolgedessen prüfen meine Rechtsberater und ich intensiv die Einleitung rechtlicher Schritte gegen die Aussagen im Interview, soweit es meine Person betrifft“, sagte Bornemann. Der Insolvenzverwalter hatte dessen Einstellung als Fehler bezeichnet und erklärt, der Sportdirektor habe ein klares Budget vorgegeben bekommen. „Allerdings mussten wir feststellen, dass das Budget weit überzogen worden ist. Als wir das festgestellt haben, war es leider zu spät“, wird Reinhardt zitiert. Unerwähnt ließ er, dass nur er als Insolvenzverwalter Verträge unterzeichnen kann.

Dem Ex-Sportdirektor war zum 30. April 2019 trotz eines unbefristeten Vertrages gekündigt worden. Das Arbeitsgericht bestätigte zunächst die Kündigung. Bornemann jedoch ging in Berufung, über die noch nicht abschließend entschieden ist. Im Zuge des Regionalliga-Rückzuges erhielt er nun die betriebsbedingte Kündigung. Wie unsere Zeitung erfuhr, betrifft das auch Ex-Trainer Thomas Brdaric, der im vergangenen November freigestellt worden war.

Unterdessen haben weitere Spieler der aufgelösten Regionalliga-Mannschaft einen neuen Verein gefunden. Alexander Schmitt und Lucas Surek wechselten zum dänischen Zweitligisten Naestved Boldklub. Abwehrspieler Pierre Becken ging zum Nord-Regionalligisten BSV Rheden, Manuel Konate-Lueken hat sich dem Südwest-Viertligisten Gießen angeschlossen. Angreifer Sinisa Veselinovic hat indes mit dem Hamburger Oberligisten FC Teutonia 05 Ottensen (5. Liga) einen neuen Verein gefunden.

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