FSV Martinroda macht Ärger: „Gespielt ist gespielt“ oder doch nicht?

Martinroda/Erfurt.  Fußball-Oberligist FSV Martinroda legt wie angekündigt Beschwerde gegen Halbfinal-Auslosung im Landespokal ein

Martinrodas Kapitän Marc Andris (links, gegen den Sangerhäuser Hannes Mosebach) hofft mit seinem Team auf das Landesfinale. Im Halbfinale muss sein Team aber zuvor zum Nachrücker Ehrenhain.

Martinrodas Kapitän Marc Andris (links, gegen den Sangerhäuser Hannes Mosebach) hofft mit seinem Team auf das Landesfinale. Im Halbfinale muss sein Team aber zuvor zum Nachrücker Ehrenhain.

Foto: René Röder / TA

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Fußball-Oberligist FSV Martinroda hat wie angekündigt Beschwerde gegen kurzfristige Zulassung des SV 1879 Ehrenhain zur Auslosung für das Pokalfinale eingelegt. Die sportlich im Viertelfinale ausgeschiedenen Ostthüringer rückten zwar angedeutet, aber dann auch aus rechtlichen Gründen nicht wirklich erwartet, auf den Startplatz des FC Rot-Weiß und wurden Martinroda zugelost. Das kam doch überraschend und wurde Sonntag erst kurz vor der Auslosung sogar improvisiert – die geloste Kugel enthielt nur den Vermerk „Startplatz ehemals FC RW Erfurt“ und neben der Trommel lag das Schild des SV Ehrenhain.

Martinrodas Sportchef Dirk Keller zeigte sich schon etwas verwundert: „Die Variante ist nicht die schlimmste, wir haben die Chance, in das Finale zu kommen, aber uns tut ganz besonders das verlorene Heimrecht weh. Gegen einen „Großen“ hätten wir Heimrecht gehabt, mehr als 1000 Zuschauer nach Martinroda locken können. Uns gehen auch Einnahmen verloren und auf die ist jeder Verein angewiesen.“ Die hätte es zwar auch bei einem Freilos nicht gegeben, dafür wäre eine Finalteilnahme garantiert. Aber den Verantwortlichen des FSV Martinroda geht es weit mehr ums Prinzip und Kommunikation.

Zwar „schwirrte“ die Variante oder Möglichkeit vom Startplatz-Austausch bereits seit Mittwoch nach dem Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt aus jeglichem Spielbetrieb durch die sozialen Medien, doch auch bei der Staffeltagung der Süd-Oberligisten am Sonnabend in Martinroda, bei der neben Vertretern des NOFV auch Vertreter des Thüringer Fußballverbandes anwesend waren, gab es keine Gewissheit, auch keine öffentliche Aussage. Lediglich am Rande der KFA-Tagung in Bad Blankenburg wurde bekannt, dass die Variante mit Ehrenhain möglich sei, es aber sehr viele Befürworter der Variante „Gespielt ist gespielt“ gebe. Man wolle sich aber auch noch vergewissern, weil es solch einen Fall noch nie im deutschen Fußball in einer so vorgerückten Runde gegeben habe.

Gewissheit gab es wohl erst Sonntagvormittag. Bei der Live-Übertragung im Fernsehen am Sonntag um 16.45 Uhr gab TFV-Pokal-Spielleiter Sven Wenzel dann doch etwas überraschend die Entscheidung des Verbandes bekannt, der sich „dafür mit großer Mehrheit entschieden hat, anstelle des FC Rot-Weiß Erfurt, der ja bekanntlich seinen Spielbetrieb eingestellt hat, den gegen ihn unterlegenen Viertelfinalisten ins Halbfinale zu nehmen.“

Dass das doch sehr kurzfristig war, zeigt auch die Aussage des Ehrenhainer Trainers Jörg Böckel, der meinte: „Es war auch für uns eine Überraschung, dass wir jetzt doch mit in der Lostrommel waren.“ Die Ostthüringer hatten das beantragt, sich gewünscht und dann doch nicht mehr erwartet.

Wolfgang Hoppe zog sofort und gleich in richtiger Folge für das Halbfinale des Thüringer Landespokals erst den SV 1879 Ehrenhain, dann den FSV Martinroda.

Gespielt wird am 28./29. März oder auch Ostern (13. April). Die zweite Partie heißt Wacker Nordhausen gegen FC Carl Zeiss Jena.

Schon da war klar, dass der FSV Martinroda Beschwerde einlegt. Dirk Keller: „Wir hätten die Gespielt-ist-gespielt-Variante als richtige empfunden. Schade ist, dass es vor der Entscheidung überhaupt keine Kommunikation des Verbandes mit den Halbfinalisten gegeben hat, um deren Meinung einzuholen. Sonst wird immer so viel Wert auf Kommunikation gelegt.“

Der Vorsitzende des Sportgerichts des Thüringer Fußball-Verbandes, Bernd Kruse, bestätigte den Eingang der Beschwerde gegen die Entscheidung des Spielausschusses bezüglich der Zulassung des SV Ehrenhain zum Halbfinale im Köstritzer Landespokal. Das TFV-Sportgericht will nun die Entscheidung des Spielausschusses prüfen und schnell eine mündliche Verhandlung anberaumen.

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