Kammlott zum drittbesten Tor des Jahrzehnts: "Mit Platz drei kann ich gut leben"

Nausitz.  Der spektakuläre Treffer von Carsten Kammlott ist bei der Wahl zum "Tor des Jahrzehnts" auf dem dritten Platz gelandet. Das sagt der Stürmer, der nun für Nordhausen spielt, zu seinem Treffer.

Carsten Kammlott (damals noch für Rot-Weiß Erfurt ) mit seinem Tor gegen Dynamo Dresden.

Carsten Kammlott (damals noch für Rot-Weiß Erfurt ) mit seinem Tor gegen Dynamo Dresden.

Foto: Frank Steinhorst-Fotografie

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Carsten Kammlott, der Stürmer von Fußball-Regionalligist Wacker 90 Nordhausen, erhielt bei der Zuschauer-Umfrage acht Prozent der Stimmen. Mit 26,64 Prozent wurde das entscheidende 1:0 von Mario Götze im WM-Finale 2014 gegen Argentinien zum "Tor des Jahrzehnts" gewählt. Den zweiten Rang belegte der schwedische Superstar Zlatan Ibrahimovic. Dessen Fallrückzieher aus 25 Metern im Länderspiel gegen England im November 2012 vereinte 17 Prozent der Stimmen auf sich.

Kammlott Tor des Jahrzehnts

"Gemeinsam mit solchen Stars wie Götze und Ibrahimovic auf dem Podest zu stehen, ist schon nicht so schlecht. Daher kann ich mit Platz drei gut leben", meint Kammlott am Sonntag schmunzelnd zu dem Ergebnis. Ein Freund hatte ihn am Vormittag darüber informiert. Dass Götze das Rennen machen würde, sei ihm von Beginn an eigentlich klar gewesen. "Die Bedeutung seines Tores ist ja nicht zu toppen."

Am 13. Juli 2014 hatte der Nationalspieler im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro die deutsche Mannschaft zum vierten Weltmeister-Titel geschossen. Ein Treffer für die Geschichtsbücher - das erkannte auch mehr als ein Viertel der Abstimmenden an.

Kammlott beförderte Ball per Skorpion-Kick ins Tor

An Artistik ist allerdings Kammlotts Tor vom 13. August 2015 kaum zu überbieten. Damals noch im Trikot des FC Rot-Weiß Erfurt hatte er beim Drittliga-Gastspiel in Dresden eine Flanke per Skorpion-Kick - im Fallen mit den Hacken - in die Maschen befördert. Ein Kunstschuss, der damals Gegner wie Mitspieler, aber auch ihn selbst verblüffte: "Ich war eigentlich schon zu weit vorn und habe nur versucht, irgendwie noch an den Ball zu kommen und ihn Richtung Tor zu bringen. Dass es so geklappt hat, war natürlich der Wahnsinn", blickt der 30-Jährige auf die Szene zurück.

Damals hielt es selbst den Erfurter Aufstiegstrainer von 2004 nicht auf seinem Platz. René Müller, als Scout im Dresdner Stadion, jubelte begeistert: "Wie einst Fritz Walter - ein unglaubliches Tor." Die 1:3-Niederlage geriet dadurch fast in den Hintergrund. Alle sprachen nur von Kammlotts Geniestreich. Und zurecht bekam er dafür später die Medaille für das "Tor des Jahres".

Umfrage-Gewinner Götze reiht sich unterdessen ein in die illustre Gesellschaft der bisherigen Jahrzehnt-Torschützen: Klaus Fischer (1970er-Jahre), Klaus Augenthaler (1980er) und Bernd Schuster, der in den 1990er-Jahren gewählt wurde.

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