FC Rot-Weiß Erfurt: Mit diesem Ergebnis wäre Investor Gerber zufrieden

Erfurt.  Seit Dienstagnachmittag ist Franz Gerber offiziell Investor des Fußball-Oberligisten. Er will sich in die sportlichen Planungen einbringen.

Investor Franz Gerber.

Investor Franz Gerber.

Foto: Frank Steinhorst

Franz Gerber ist zurück. Er will beim FC Rot-Weiß Erfurt am Mittwoch auf dem Platz stehen. Mittendrin, statt nur dabei. „Ich werde mir zwei, drei Trainingseinheiten anschauen und auch das Testspiel in Heiligenstadt. Dann weiß ich mehr, wo wir ansetzen müssen“, sagt der einstige Bundesliga-Manager, der seit Dienstagnachmittag auch offiziell neuer Investor beim bis in die Oberliga abgestürzten Traditionsclub ist. Der Notartermin, um die Unterschriften unter den ausgehandelten Vertrag zu setzen, sei für ihn nur noch eine Formalie gewesen, sagt der 66-Jährige, der als Aktiver 93 Bundesligaspiele vorweisen kann.

In einer seiner ersten Reaktionen seit der Übernahme des FC Rot-Weiß als neuer Investor sprach er zunächst die Fans an. Nur ihnen sei es zu verdanken, dass der Club in den überaus schwierigen Monaten überlebt habe, erklärte Gerber. Allerdings ließ er sich auch zu keinen Illusionen hinreißen. Schon allein weil sich die Verhandlungen über Wochen hinzogen und bereits in knapp zwei Wochen die neue Saison beginnt, werde es ein sportlich schwieriges Jahr: „Unser Ziel muss es sein, einen guten Platz im Mittelfeld zu belegen. Alles andere wäre vermessen.“

Zwei stille Teilhaber

Gerber bringt zwei stille Teilhaber mit und will dem Vernehmen nach eine mittlere sechsstellige Summe investieren. Weil angesichts des seit mehr als zwei Jahren laufenden Insolvenzverfahrens aller Orten im Verein erst wieder funktionierende Strukturen aufgebaut werden müssen, will er sich in die sportlichen Planungen mit einbringen, auch wenn er den Titel des Sportdirektors so nicht in den Mund nimmt. „Es ist klar, dass ich mich um solche Dinge kümmern werde und in Erfurt nicht nur Investor bin“, sagt Gerber.

Mit neuem Trainer wieder nach oben

Dass er im vergangenen Oktober schon einmal als einer der neuen Geldgeber vorgestellt wurde und die Installierung einer Spielbetriebs GmbH damals kläglich scheiterte, wollte Gerber im Reich der Vergangenheit ruhen lassen. „Ich schaue nach vorne“, sagte er, um dennoch einen Blick zurück zu riskieren: „Im vergangenen November stand der FC Rot-Weiß auf einem Abstiegsplatz. Mit Robin Krüger als neuem Trainer ging es plötzlich wieder nach oben. Und das wollen wir nun auch wieder schaffen.“

In den kommenden Tagen müssen viele Entscheidungen fallen. Zum Beispiel, wer die neue FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH als Geschäftsführer leitet oder wer als Trainer die Mannschaft zum Saisonstart der Oberliga am 15. August in Rudolstadt führen wird. „Die Zeit drängt. Aber wir dürfen auch keine falschen Entscheidungen treffen“, sagt Gerber.

Vertrag für Torhüter Petzold

Dennoch nimmt der Kader inzwischen Konturen an, auch wenn erfahrene Spieler noch fehlen. Fest steht zudem, dass Rot-Weiß künftig mit Torhüter Luca Petzold (18) zusammenarbeiten wird, der in der zurückliegenden Saison unter dem damaligen Trainer Thomas Brdaric schon einmal in vier Punktspielen zum Regionalliga-Kader gehörte.

Was das langfristige Ziel ist, hat Gerber ebenso schon formuliert, auch wenn er sich etwas umständlich ausdrückte: „Der FC Rot-Weiß ist kein Oberliga-Verein, sondern mindestens ein Regionalliga-Club."

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