Interview der Woche

Michael Habichhorst: „Es macht noch riesigen Spaß“

Martinroda.  Der 35-jährige Michael Habichhorst gab beim FSV Martinroda gegen den VfL Halle 96 sein Comeback.

Am 4. Mai 2005 in Gera mit RWE II vor dem erfolgreichen Elfmeterschießen im Landespokalfinale gegen den höherklassigen FC Carl Zeiss Jena mit Trainer-Legende Albert Krebs.

Am 4. Mai 2005 in Gera mit RWE II vor dem erfolgreichen Elfmeterschießen im Landespokalfinale gegen den höherklassigen FC Carl Zeiss Jena mit Trainer-Legende Albert Krebs.

Foto: René Röder

Er ist ein Urgestein beim Fußball-Oberligisten FSV Martinroda. Der 35-jährige Michael Habichhorst zog sich während der letzten Saison schrittweise zurück, absolvierte nur noch sechs Spiele, auch um jüngeren Spielern Platz zu machen. Bei der zweiten Mannschaft vom FC Rot-Weiß Erfurt II, später in Sangerhausen und bei Wacker Gotha spielte Habichhorst Oberliga. Nach längerer Pause ist er seit 2013 beim FSV Martinroda. 2005 war eines seiner erfolgreichsten Jahre. Da schlug er mit der Rot-Weiß-Zweiten in Gera im Landespokalfinale Carl Zeiss Jena 7:6 nach Elfmeterschießen, spielte dann im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (0:8) in einem Team mit seinem heutigen Trainer Robert Fischer. Der Wechsel zur SpVgg. Geratal scheiterte im Sommer. Für den aus Geschwenda stammenden Spieler sollte sich dort der Kreis schließen. Doch nun ist der Ilmenauer überraschend beim FSV Martinroda zurück – in der Oberliga.

Wie kommt der plötzliche Sinneswandel, doch wieder in der Oberliga zu starten?

Zuletzt hatte ich immer wieder einmal in der Zweiten ausgeholfen, jetzt auch in der Oberliga-Mannschaft des FSV Martinroda. Es macht immer noch riesigen Spaß Fußball zu spielen.

Mussten Sie da erst überzeugt werden?

Nein. Wenn ich gebraucht werde und der Trainer mich will, dann helfe ich gern. Das habe ich immer gesagt. Jetzt war es soweit. Ich werde aber eher als „Feuerwehrmann“, nicht als Dauerlösung zur Verfügung stehen können. Ich würde schon gern noch intensiver hier spielen auch in der Oberliga, aber beruflich kriege ich das nicht hin.

Was machen Sie beruflich?

In bin in der Wirtschaftsprüfungsbranche tätig, bin sehr viel unterwegs, das erlaubt mir kaum regelmäßiges Training. Das ist aber in dieser Klasse mehr den je nötig. Ich würde schon gern mehr spielen in der Oberliga. Geht aber wirklich nicht.

Dabei haben Sie ja genau das, was den meisten Martinrodaer Spieler derzeit so schmerzlich fehlt – Oberliga-Erfahrung.

Das stimmt. Aber mit 35 bin ich im Gegensatz dazu auch nicht mehr so spritzig. Das Tempo ist enorm.

Was Routine ausmacht, haben Sie nach ihrer Einwechslung aber schon deutlich gezeigt. Sie hätten mit der ersten Ballberührung gegen den VfL Halle den Ausgleich machen können und hatten sogar noch eine ganz dicke Kopfballchance. Sie hätten zum Helden werden können...

...Na nicht gleich Held. Aber den Erfolg hätte ich mir schon gern auf die Fersen geheftet. Das hat aber auch gezeigt wie dicht selbst in der Oberliga Erfolg und Misserfolg zusammen liegen.

Was fehlt dem FSV Martinroda besonders, um in der Oberliga doch mithalten zu können?

Wir sind in entscheidenden Situationen einfach zu hektisch, arbeiten eher mit der Brechstange als mit Köpfchen. Da sind wir noch nicht clever genug, das auszuspielen.

Aber der Wille stimmt!

Wir müssen dennoch mehr über den Kampf arbeiten. Wenn alle Spieler es verstanden haben, sich in jeden Zweikampf gnadenlos hinein zu werfen, dann geht es auch vorwärts. Spielen können wir ja und Tore machen wir ja auch meistens. Gegen Halle halt eben aber nicht.

Was wäre ein Erfolgsrezept?

Einfach mal ein Spiel gewinnen, so den Kopf frei bekommen. Das könnte vieles regulieren. Wir dürfen halt nicht verkrampfen, müssen lockerer werden, auch wenn das von Niederlage zu Niederlage immer schwerer fällt. Noch ist alles möglich.

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