Nordhausens Trainer Seeland: „Wir werden nicht unruhig“

Nordhausen.  Beim Fußball-Oberligisten Wacker Nordhausen glaubt man trotz des Fehlstarts in die Saison fest an den Klassenerhalt.

Was nun? Wacker-Trainer Philipp Seeland will Ruhe bewahren. 

Was nun? Wacker-Trainer Philipp Seeland will Ruhe bewahren. 

Foto: Christoph Keil

Die Punktspielpause mit zwei spielfreien Wochenenden kommt Philipp Seeland gerade recht. Der junge Trainer des Fußball-Fünftligisten Wacker Nordhausen hat die Hoffnung, dass sein zuletzt auf elf gesunde Akteure geschrumpfter Kader wieder aufgefüllt wird. „Körperlich sind wir frisch. Aber einige der angeschlagenen Spieler kommen hoffentlich zurück“, sagt der 30-Jährige.

Der Regionalliga-Absteiger ist mit null Punkten und 3:11 Toren aus vier Begegnungen denkbar schlecht in das neue Spieljahr gestartet.

Seit dem Wochenende sind die Südharzer als Tabellenletzter der Fußball-Oberliga die einzige Mannschaft ohne Punktgewinn. Sogar der Absturz in die Thüringenliga droht. „Wir werden nicht unruhig“, sagt Seeland beim Blick aufs Tableau, will aber jene Aussage nicht so verstanden wissen, als würde sich Nordhausen dem Schicksal ergeben: „Für uns geht es um den Klassenerhalt. Darum kämpfen wir. Und ich bin mir sicher, dass wir unsere Punkte noch holen werden.“

Bis zum nächsten Punktspiel am Freitag, dem 25. September, zu Hause unter Flutlicht gegen den VfL Halle, soll es kein Testspiel geben. Man wolle nicht das Risiko eingehen, dass sich möglicherweise ein weiterer Spieler verletzt, erklärte der Nordhäuser Trainer, der lieber einen internen Test gegen die A-Junioren plant.

Die junge Nordhäuser Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 20,8 Jahren hat auch aus Sicht des Kapitäns schon viel besser gespielt, als es der gegenwärtige Tabellenstand vermuten lässt. „Gegen Fahner Höhe haben wir enttäuscht. Aber in den anderen drei Spielen haben wir jeweils auf Augenhöhe agiert“, lautet das erste Zwischenfazit der Saison von Marcus Vopel.

Die Mannschaft ist ohnehin dazu verdammt, sich alleine aus der Misere zu ziehen. Nach den Insolvenzen der Spielbetriebs-GmbH im Winter und des Vereins im Juni ist Sparen in Nordhausen angesagt. „Spieler aus Frankreich wie bei Rot-Weiß Erfurt können wir uns nicht leisten“, sagt Seeland.

Auch deshalb schmerzt ihn der Ausfall von Erik Schneider, der sich im Landespokal-Halbfinale gegen Jena einen Bänderriss zugezogen hatte und in der Hinrunde nun fehlen wird, ganz besonders. Auch Leon Gümpel (Bänderdehnung im Knie) und Jonas Ernst (Kreuzbandriss) werden noch längere Zeit ausfallen.

Immerhin will Kai Polotzek nach seiner Bänderverletzung wieder mit dem Training beginnen. Und der zuletzt erkrankte Lukas Ortlepp ist ganz sicher in zwei Wochen gegen Halle wieder dabei.

Aber auch Seeland weiß, dass Glück allein letztlich nicht reichen wird, um die Rote Laterne der Fußball-Oberliga wieder abzugeben. „Darauf können wir uns nicht verlassen. Irgendwann müssen wir uns selbst belohnen – und punkten.“

Zu den Kommentaren