Christopher Sünkel: „Wir müssen jetzt ganz andere Prioritäten setzen“

Arnstadt/Erfurt.  Ilm-Kreis-Sportler in Corona-Zeiten. Was sie tun, wie sie trainieren und was sie hoffen - Teil 3: Christopher Sünkel (SV 09 Arnstadt)

Christopher Sünkel (l.) würde sich gern schnell wieder in das Fußball-Tor beim SV 09 Arnstadt stellen. Im Moment ist nicht daran zu denken.

Christopher Sünkel (l.) würde sich gern schnell wieder in das Fußball-Tor beim SV 09 Arnstadt stellen. Im Moment ist nicht daran zu denken.

Foto: René Röder

Durch Corona ist alles anders geworden. Das gesellschaftliche Leben kommt zunehmend zum Erliegen, nicht nur der Sport. Wir erkundigten uns bei Sportlern aus Vereinen des Ilm-Kreises wie sie mit diesen Problemen umgehen.

Fußball-Torwart Christopher Sünkel vom SV 09 Arnstadt ist gar nicht begeistert über die Zeit ohne den geliebten Fußball. „Wir haben uns hart und gut vorbereitet, uns in einen guten körperlichen und mentalen Zustand gebracht, mit dem Ziel, eine gute Rückrunde zu spielen. Und dann konnten wir nur ein Spiel austragen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass das viele Wochen so bleibt.

Sünkel ist ein Vollblutfußballer, feurig und ehrgeizig. Die Situation ist auch für ihn neu. „Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen. Jobs und Existenzen sind bedroht. Deswegen tritt der Fußball absolut in den Hintergrund, wir müssen jetzt andere Prioritäten setzen.“

Fit hält sich der Keeper dennoch, nicht nur weil der Trainer das kontrolliert. „Es gab bei uns Überlegungen, sich in kleinen Laufgruppen von zwei bis vier Leuten zu treffen. Aber nach Rücksprache auch mit einzelnen Spielern haben wir uns dagegen entschieden und jeder sollte für sich möglichst fit bleiben. Wir sollten da dem Rat der Experten einfach mal folgen und möglichst viele Kontakte vermeiden, alles andere wäre irgendwie auch egoistisch, verantwortungslos und stur.“ Allein zu trainieren, fällt dem 29-jährigen Hünen nicht ganz leicht. „Ich persönlich bin sicher nicht der fleißigste, muss meinen inneren Schweinehund besiegen. Deswegen habe ich mir in unserem Vereinsheim ein paar Trainingshilfen geholt, um nicht nur stupide Läufe abspulen zu müssen. Ich habe noch die gute, alte Gymnastikmatte für Stabilisations- und Kraftübungen, mache da zusätzlich mindestens alle zwei Tage nebenher 60 Minuten lang was, um nicht einzurosten.“ Außerdem läuft Sünkel täglich 40 bis 45 Minuten. „Ich habe eine passende Runde gefunden, die ist etwa 8 Kilometer lang.“

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