Zwei einstige Geraer Fußballgrößen feiern runden Geburtstag

Gera.  Werner Schorrig wurde am Sonntag (14. Juni) 70 Jahre alt. Heinz Zubek zieht zwei Tage später nach.

Zwei Mal 70 in drei Tagen: Am vergangenen Sonntag wurde Werner Schorrig (rechts) 70 Jahre alt, am Dienstag wird es Heinz Zubek (links).

Zwei Mal 70 in drei Tagen: Am vergangenen Sonntag wurde Werner Schorrig (rechts) 70 Jahre alt, am Dienstag wird es Heinz Zubek (links).

Foto: Manfred Malinka

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Zwei bekannte Geraer Oberliga-Fußballer vergangener Tage feiern ihren 70. Geburtstag. Am Sonntag (14. Juni) hatte in Gera-Lusan Ex-Stürmer Werner Schorrig sein Jubiläum. Gemeinsam mit dem anderen Jubilar, Heinz Zubek, der am Dienstag (16. Juni) 70 Jahre alt wird, spielte der Anhalter bei der BSG Wismut Gera Oberliga und Liga, also den beiden höchsten Spielklassen des DDR-Fußballs.

Schorrig wuchs bei Eisleben auf und spielte dort Fußball. Mit 15 wechselte er zur Nachwuchsabteilung von Stahl Eisleben, von wo aus er zu Vorwärts Stralsund in die Liga ging. Nach der Beendigung seiner Armeezeit schloss sich Schorrig im Sommer 1973 Aufbau Schwedt an. Auch dort spielte er Ligafußball. 1977 kam Werner, der viele Jahre seine Frisur als Markenzeichen hatte, nach Gera und sollte den Oberliga-Aufsteiger Wismut verstärken. „Schorre“ spielte von Beginn an in der Oberliga-Elf mit und etablierte sich im Laufe der Saison zum etatmäßigen Linksaußen. Mit nur einem Tor in 19 Oberligaeinsätzen blieb er aber hinter seinen Erwartungen zurück und seinem Team gelang es nicht, sich in der Oberliga zu halten. Mit nur einem Sieg (in Aue) und 21 Niederlagen stieg Wismut Gera nach nur einem Jahr Erstklassigkeit wieder in die Liga ab.

Der gelernte Schlosser blieb noch drei weitere Spielzeiten bei Wismut, in der Saison 1979/80 wurde er mit 14 Punktspieltreffern Torschützenkönig seiner Mannschaft. Der verheiratete Familienvater, dessen Söhne Sandro und Gordon gleichfalls aktive Fußballer waren, kickte anschließend drei Jahre für Liga-Aufsteiger Stahl Silbitz. Gesundheitlich leicht angeschlagen, wurde der Lusaner Übungsleiter beim 1. SV, beim SV Carl Zeiss Gera und bei Thüringen Weida. Seine wohl beste Zeit erlebte der Jubilar beim und mit dem TSV Westvororte. Seine große Leidenschaft ist nicht nur sein Garten, sondern derzeit der sechsjährige Enkel Toni, mit dem er viel Zeit auf dem Sportplatz verbringt und ihm viele Kniffe von einst verrät.

Zubeks Karriere startet bei Empor Lobenstein

Ebenfalls ein Ex-Stürmer, der sogar vier Jahre mit Werner Schorrig in einem Team spielte, ist einer der bekanntesten und besten Ex-Wismut-Fußballer, Heinz Zubek. Bereits mit acht Jahren begann Zubek bei Empor Lobenstein mit dem Fußball. Daneben entdeckte er sein Interesse für die Leichtathletik und wurde 1963 von Empor zur Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg delegiert, wo er zum Sprinter ausgebildet werden sollte.

Als 18-Jähriger kehrte der Youngster zum Fußball zurück und schnupperte zunächst mal bei Wismut Aue. Der Sprung gelang nicht, sodass er ab 1972 für Wismut Gera auf Torejagd ging. Elf Jahre sollten es dann insgesamt werden, in denen der verheiratete Familienvater zweier Kinder und Opa zweier Enkel für ein und denselben Verein kickte. Heute überhaupt nicht mehr vorstellbar. Auch dass er an fünf Aufstiegsrunden zur Oberliga teilnahm, dürfte ein exklusiver Rekord für die Ewigkeit sein.

Spitzenmannschaft in der Liga

Mit Zubek entwickelten sich die Geraer zu einer Spitzenmannschaft in der Liga. 1974 und 1975 scheiterten sie in den Aufstiegsrunden zur Oberliga, doch 1977 gelang unter dem Ex-Auer Dietmar Pohl als Trainer der Aufstieg in die Erstklassigkeit. Zubek war schon 1974 mit neun Treffern Geras zweitbester Torschütze geworden, in der Aufstiegssaison 1976/77 schoss der nur 1,73 Meter große, oder kleine, Angreifer als bester Geraer 17 Meisterschaftstore und erreichte damit Platz drei der Liga-Torschützenliste. Am Aufstieg war Zubek mit 28 von 30 Meisterschafts- und Aufstiegsspielen beteiligt, in der Aufstiegsrunde schoss „Zubi“ in den acht Spielen drei Tore.

In der Oberligasaison 1977/78 wurde Zubek zunächst in den ersten fünf Punktspielen als Stürmer eingesetzt, danach wurde er bis zum 14. Spieltag nur noch unregelmäßig aufgeboten. Da Wismut bereits nach einem Jahr wieder aus der Oberliga abstieg, kam Zubek nur in zwölf Oberligaspielen zum Einsatz, sein einziges Oberligator schoss der Angreifer, der immens kopfballstark war, in der Begegnung beim HFC Chemie.

Fünf Jahre lang Wismut-Kapitän

Zubek blieb auch nach dem Abstieg bei Wismut und spielte mit der Mannschaft weitere sechs Spielzeiten in der Liga. Fünf Jahre führte Zubek die Mannschaft als Kapitän und schloss die Saison 1981/82 mit 22 Treffern in 22 Spielen als Rekordschütze aller Teams der fünfstaffeligen Liga ab. In der Saison 1983/84 wurde er nur noch in der Hinrunde eingesetzt, danach beendete er 33-jährig seine Laufbahn als Fußballspieler im Leistungsbereich.

Anschließend war er neben seinem Beruf als Ingenieur-Ökonom bei Wismut Gera Nachwuchsleiter, Geschäftsführer und Leiter der Sektion Fußball. 1987 wechselte Heinz Zubek zur BSG Elektronik Gera, wo er sich 1990 maßgeblich an der Umstrukturierung zum FC Blau Weiss beteiligte. Anschließend wirkte er ein Jahr lang als Vereinsvorsitzender, später als stellvertretender Vorsitzender.

Stark engagiert sich Heinz Zubek immer noch in seinem Wohngebiet Heinrichsgrün, wo das Sülzenfest auch dank seiner Handschrift weit über die Grenzen Geras hinaus bekannt ist.

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