Rennfahrer Heiko Scholz stirbt bei Rallye bei Eisenach

Nach einem schweren Unfall auf der Rallye der Rennsportgemeinschaft Mosbach am Samstag ist das Rennen gegen 15 Uhr abgebrochen worden.

Nach einem tödlichen Unfall auf der "ADAC Rallye-Race Gollert" in Mosbach bei Eisenach am 5. November wurde die Motorsport-Veranstaltung abgebrochen. Foto: Sascha Willms

Nach einem tödlichen Unfall auf der "ADAC Rallye-Race Gollert" in Mosbach bei Eisenach am 5. November wurde die Motorsport-Veranstaltung abgebrochen. Foto: Sascha Willms

Foto: zgt

Eisenach. Der aus Ruhla stammende 44-jährige Rallye-Fahrer Heiko Scholz war auf der dritten Wertungsprüfung zwischen Etterwinden und Ruhla mit seinem BMW frontal vor einen Baum gefahren. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Sein Beifahrer Marcel Eichenauer wurde per Hubschrauber mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Erfurter Klinik geflogen.

Offensichtlich verhinderten die Veranstalter den Kontakt zum Einsatzleiter der Polizei. Ein Polizeisprecher der PI Bad Salzungen erlangte erst gestern Kenntnis davon und distanzierte sich von diesem Verhalten.

Laut Aussage des Sprechers kam es während der Bergung des Unfallfahrzeuges zu einem weiteren schweren Unfall. Ein Feuerwehrmann geriet zwischen ein Drahtseil und Autowrack und zog sich schwerste Quetschungen der Hand zu.

Auch er musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden, der gegen 17 Uhr nahe Etterwinden startete.

Das "ADAC Rallye-Race Gollert" trägt den Untertitel "Jens Voigt Gedächtnis". Der Beuernfelder starb 2002 mit 38 Jahren bei der Rallye Sachsenring. 2007 starb bei der Wartburg-Rallye ein 45-jähriger Co-Pilot bei Brotterode.

Sowohl Voigt als auch Scholz waren als sichere Motorsportler bekannt. Auf der Internetseite der RSG Mosbach heißt es, "Heiko Scholz galt in der deutschen Rallyeszene als sehr erfahrener und besonnener Pilot, der keinesfalls leichtsinnig und unüberlegt auf die Strecke ging." Der Ruhlaer hinterlässt Frau und Kind. Die unter dem Namen Gollert bekannte Straße war die Hausstrecke des Rallye-Fahrers. Ob ein technischer Defekt zu dem Unfall führte, ist nicht bekannt. Nach Einschätzung der Polizei war die hohe Geschwindigkeit ursächlich für das Abkommen von der Straße. Da das Unglück innerhalb einer privaten Veranstaltung passierte, ermittelt die Polizei nicht weiter zum Unfall, der außerdem nicht als Verkehrsunfall in die Statistik eingeht.

Nähere Informationen zum Unfall wurden vor Ort verweigert. Ein akkreditierter Journalist unserer Zeitung wurde vor Ort von mehreren Vertretern des Veranstalters in seiner Arbeit behindert. Der Presseausweis wurde abfotografiert und eine Anzeige angedroht.

Co-Pilot von Rallye-Fahrer Heiko Scholz außer Lebensgefahr