„Tapferes Schneiderlein“ sorgt trotz Fußbruch für richtige Faschingsstimmung

Kranichfeld.  Trotz dreifach gebrochenem Fuß hat Kostümschneiderin Martina Sichert aus Kranichfeld Faschings- und Märchenprinzessinnen eingekleidet.

Martina Sichert aus Kranichfeld (Weimarer Land) hat in diesem Jahr unter anderem Erfurts Kinderprinzenpaar und Erfurts Prinzessin neu eingekleidet - und das, obwohl sie gesundheitlich nicht auf der Höhe war.

Martina Sichert aus Kranichfeld (Weimarer Land) hat in diesem Jahr unter anderem Erfurts Kinderprinzenpaar und Erfurts Prinzessin neu eingekleidet - und das, obwohl sie gesundheitlich nicht auf der Höhe war.

Foto: Carola Grünler

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Die Kranichfelderin Martina Sichert war in diesem Jahr wirklich vom Pech verfolgt: Im Frühjahr kehrte sie von einer Thailand-Reise mit zwei gebrochenen Rippen zurück, weil sie bei einer Massage offenbar zu heftig malträtiert worden war – und Anfang Oktober stürzte sie kurz nach ihrer Ankunft von einem Mexiko-Urlaub direkt vor ihrer Haustür so unglücklich, dass sie sich gleich dreimal den Fuß brach. Doch obwohl die 55-Jährige noch immer an dieser Verletzung laboriert und sie den verordneten Spezialschuh mindestens bis Ende Januar tragen muss, ist sie ein Ausbund an Pflichtbewusstsein. Quasi ein tapferes Schneiderlein. Denn die Kostümschneiderin, die sich ihr Handwerk autodidaktisch beigebracht hat, hat trotzdem pünktlich alle Nähaufträge fertiggestellt.

Neu eingekleidet hat sie nicht nur das Prinzenpaar in Bad Berka (Weimarer Land), sondern auch das Erfurter Kinderprinzenpaar und Erfurts Prinzessin Nadin I. Wegen dieser Outfits hatte die Gemeinschaft Erfurter Carneval Martina Sichert schon seit Jahren in den Ohren gelegen. Dieses Jahr sagte die Kranichfelderin dann zu – nicht ahnend, mit welchen Malaisen sie sich im Herbst würde herumplagen müssen. Zugesagt hatte sie aber auch wieder die Teilnahme einer Kranichfelder Abordnung an Deutschlands größtem Märchenumzug in Bad Bibra (Sachsen-Anhalt). Da sie dort am 14. Dezember nicht nur die selbstgenähten acht Walt-Disney-Märchenprinzessinnen zeigen will, die unter anderem schon im Sommer beim Kranichfelder Rosenfest zu sehen waren, sondern auch fünf Märchenklassiker, hieß es erneut: die Nähmaschine viele Stunden am Tag schnurren zu lassen. Aber wie bloß, wenn man derart gehandicapt ist? „Ich habe zum Glück Unterstützung bei Carola Grünler, gefunden, die bei uns im Ort als Schneidermeisterin ihre Hofschneiderei betreibt“, berichtet Martina Sichert. Drei Wochen lang hätten sie Seit‘ an Seit‘ in der Schneiderwerkstatt gearbeitet. Carola Grünler habe ihr sehr viel bei der Fertigstellung der Kostüme geholfen und auch noch jede Menge fachliche Tipps gegeben. Entstanden sind Kleidungsstücke für „Dornröschen“, „Cinderella“, „Die Schneekönigin“, „Die Schöne und das Biest“ und den „Zauberer von Oz“. Alles detailgetreu in Farbe, Schnitt und Verzierung.

Martina Sichert ist sehr dankbar für die kollegiale und unkomplizierte Hilfe – und sie freut sich, dass auch Carola Grünler Freude daran gefunden hat, einmal nicht als Einzelkämpferin, sondern im Gespann ihrer Arbeit nachzugehen. 50 Darsteller hat Martina Sichert für den Umzug gewonnen und für die Fahrt nach Bad Bibra eigens einen Bus bestellt. Nun hofft die Kranichfelderin nur noch, dass es trocken bleibt und kein Schmuddelwetter das Vergnügen trübt. Denn es würde den empfindlichen Kostümen zusetzen, deren Herstellung diesmal komplizierter war, als es sich die Zuschauer vorstellen können.

www.kostuemverleih-sichert.de

Deutschlands größter Märchenumzug: Samstag, 14. Dezember, 15 Uhr, Bad Bibra

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