Antrag für neue Bio-Hennen-Aufzuchtanlage in Cobstädt ist gestellt

Cobstädt (Gotha). Die Tiere der Hühnerwelt Vital GmbH in Cobstädt standen am Dienstag im Scheinwerferlicht. Das MDR-Fernsehen drehte einen Beitrag, und unsere Zeitung war ebenfalls vor Ort.

Klaus Bonsack zwischen seinen Hühnern im Wintergarten, den die Bio-Legehennen ab der 10. Lebenswoche nutzen können. Foto: Dirk Bernkopf

Klaus Bonsack zwischen seinen Hühnern im Wintergarten, den die Bio-Legehennen ab der 10. Lebenswoche nutzen können. Foto: Dirk Bernkopf

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Denn wir wollten wissen, was an den Vorwürfen des Bündnisses "Tierfabriken-Widerstand" dran ist, dass eine neue Junghühner-Anlage für 79.500 Tiere geplant sei. Das Bündnis hatte zum Widerstand gegen dieses Vorhaben aufgerufen.

Heiko und Klaus Bonsack aus Seebergen sind Vater und Sohn und die beiden Gesellschafter der ökologischen Junghennen-Aufzucht in Cobstädt. "Wir ziehen in einem neu gebauten Stall 28.800 Junghennen vom 1. Lebenstag bis zur 18. Lebenswoche auf. In einem vorhandenen Stall wollen wir eine weitere Aufzuchtanlage einrichten, aber nur für maximal 20.000 Tiere", sagt Klaus Bonsack.

Der 25-Jährige ist Betriebsleiter in Cobstädt, sein Vater, 54, Fach-Tierarzt für Geflügel. "Von diesem Bündnis Tierfabriken-Widerstand hat keiner mit uns gesprochen und war auch niemand hier, um sich anzusehen, wie wir arbeiten", merkt Heiko Bonsack an. Er hat sich auch kundig gemacht über das Bündnis und zeigt Pressemitteilungen mit dem gleichen Wortlaut für verschiedene Standorte in Deutschland - "nur die Orts- und Unternehmensnamen sowie die Zahlen sind verändert".

Seit dem vergangenen Jahr werden in Cobstädt auf dem Gelände einer ehemaligen LPG - Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft - Bio-Landjunghennen aufgezogen, inzwischen ist der fünfte Durchgang zwölf Wochen alt. Ein Züchter liefert die Ein-Tages-Küken. "Für alle Hühner, die wir aufziehen, haben wir schon Abnehmer. Sie werden an Biolandhöfe verkauft. Die Nachfrage ist groß, weil auch die Nachfrage nach Bio-Eiern steigt", sagt Klaus Bonsack. Deshalb habe er sich mit seinem Vater auch für die Erweiterung entschieden.

Einstreu bleibt trocken dank Fußbodenheizung

"Dafür haben wir einen Antrag beim Landesverwaltungsamt gestellt. Vor einer Genehmigung wird der gesamte Standort betrachtet. Dazu gehört zum Beispiel auch, auf Lärm- und Geruchsbelästigung zu prüfen", weiß Klaus Bonsack.

Der gelernte Landwirt macht im Fernstudium gerade noch einen Abschluss für Landwirtschafts- und Agrarmanagement. Er zeigt zusammen mit seinem Vater den bereits vorhandenen, neu gebauten Stall. "Wir haben eine Fußbodenheizung. Dadurch bleibt die Einstreu trocken und riecht nicht. Kotbänder transportieren den Mist, der einmal pro Woche zu unserem Kooperationspartner nach Nottleben gefahren wird, wo Kompost daraus entsteht."

Die Tiere würden von Anfang an darauf vorbereitet, sich dann auf den Legehöfen zurecht zu finden. "Sie lernen, ihre Umgebung vollständig zu nutzen und auch zwischen unten und oben hin und her zu kommen, denn sie sollen für später lernen, Futter und Wasser zu finden. Der Platz wird immer größer, auf dem sie sich bewegen können. Nach der 10. Lebenswoche erhalten sie Auslauf im Wintergarten. Eigentlich steht ihnen auch Grünauslauf zur Verfügung. Der ist jedoch momentan aufgrund der Stallpflicht wegen der Vogelgrippe-Gefahr nicht nutzbar", erklärt Klaus Bonsack.

Mit ihm arbeiten ein weiterer Landwirt und zwei Teilzeitkräfte auf dem Hof der Hühnerwelt Vital GmbH. "Da mein Vater Tierarzt ist, kann er die vorgeschriebenen Impfungen, zum Beispiel gegen Salmonellen, erledigen", sagt Klaus Bonsack.

Angefangen hatte alles 2009 mit Gänsen. "Wir haben dafür das Grundstück, das stellenweise wie eine Müllhalde aussah, nach und nach beräumt und hergerichtet. Das erkennen auch die Cobstädter an und sind froh, dass der Schandfleck weg ist", weiß der 25-Jährige.

Und Beschwerden habe es aus dem Dorf bisher weder wegen der Gänse noch wegen der Hühner gegeben. Klaus Bonsack: "Warum auch? Wer schauen will, wie wir hier arbeiten, bekommt einen Schutzanzug und kann es sich anschauen." Genau das haben wir gestern getan.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren