Erfurt. Ohne Internet geht gar nichts - nur nicht überall gibt es schnelle Anbindungen. Der Ausbau kommt in Thüringen voran, aber nicht überall mit so viel Tempo, wie es sich Bürger und Wirtschaft wünschen.

In Thüringen wird ein hoher dreistelliger Millionenbetrag in den Ausbau des schnellen Internets gesteckt - aber nicht überall kommt er schnell genug voran. "Den größten Flaschenhals stellen aktuell die verfügbaren Baukapazitäten dar. Es gibt ausreichend Mittel zur Finanzierung des Breitbandausbaus, aber das Problem ist in Deutschland derzeit, diese auch auf die Straße zu bringen", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

'Thüringen - Der Tag' - Post von Jan Hollitzer

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Er sei dennoch zuversichtlich, dass die meisten Projekte im sogenannten "Weiße-Flecken-Programm" des Bundes bis Ende 2025 abgeschlossen werden können. Dabei geht es darum, alle Regionen mit Breitband-Internet zu versorgen.

Insgesamt fließen rund 630 Millionen Euro in Breitbandausbau

Tiefensee verwies darauf, dass sich die Abdeckung insgesamt verbessert habe. Verfügten 2015 erst etwa die Hälfte der Haushalte in Thüringen über eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit pro Sekunde, liege die Abdeckung inzwischen bei etwa 85 Prozent. Bei Übertragungsgeschwindigkeiten ab 30 Mbit und schneller betrage die Quote der angeschlossenen Haushalte inzwischen mehr als 90 Prozent.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums fließen in den Breitbandausbau in Thüringen seit 2015 und in den kommenden Jahren insgesamt rund 630 Millionen Euro. Das Geld komme von Bund und Land, der Landesanteil liege bei etwa 250 Millionen Euro. Es würden rund 100.000 Breitbandanschlüsse in Thüringer Haushalten und Unternehmen neu verlegt oder für höhere Übertragungsraten ertüchtigt.

Glasfasergesellschaft ins Leben gerufen

Zum Thema Tempo verwies Tiefensee auf zu komplizierte Förderverfahren - es habe sich gezeigt, dass der Verwaltungsaufwand für die Kommunen zu groß gewesen sei. "Deshalb haben wir 2021 in Thüringen eine Glasfasergesellschaft in kommunaler Hand ins Leben gerufen." Sie solle den Internetausbau beschleunigen. Laut Ministerium haben bisher 270 der etwa 630 Kommunen in Thüringen die Aufgaben beim Internetausbau an die Glasfasergesellschaft übertragen, die damit für sie aktiv werden könne. Es gehe unter anderem um Projekte in den Kreisen Schmalkalden-Meiningen, Greiz, Saale-Orla, Saale-Holzland.

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