Andreas Seipel will „guten Fußball in Nordhausen nicht sterben lassen“

Nordhausen.  Andreas Seipel hilft Wacker Nordhausen mit seiner A-Lizenz auf der Trainerbank. Was den Eichsfelder bewog, nach vier Jahren zum Regionalligisten zurückzukehren, lesen sie hier.

Alte Zeiten: Andreas Seipel im April 2016 beim Pokal-Halbfinale gegen Jena beim Handschlag mit dem späteren Wacker-Coach Volkan Uluc.

Alte Zeiten: Andreas Seipel im April 2016 beim Pokal-Halbfinale gegen Jena beim Handschlag mit dem späteren Wacker-Coach Volkan Uluc.

Foto: Sascha Fromm

Eigentlich wollte sich Andreas Seipel am Freitagnachmittag dem Wacker-Team vorstellen. Doch die geplante Partie gegen den Halleschen FC wurde kurzfristig abgesagt. Die Partie sollte wegen der aktuellen Coronavirus-Lage ohne Fans im abgeriegelten Albert-Kuntz-Sportpark stattfinden. Nachdem der NOFV alle Spiele bis 22. März absagte, sei auch ein Testspiel schwer vermittelbar, so Wackers Teamchef Tino Berbig.

Nach fast vier Jahren kehrt der Eichsfelder auf die Nordhäuser Trainerbank zurück. Der 42 Jahre Fußball-Experte hilft Wacker bis zum Saisonende im Mai als Coach aus, weil die ehemaligen Spieler Tino Berbig und Matthias Peßolat nicht über die A-Lizenz verfügen. „Es musste eine Lösung her, denn unsere Sondergenehmigung durch den NOFV war am 8. März ausgelaufen“, so Tino Berbig, der das Trainer-Trio anführt. Alle drei Trainer kennen sich gut, denn Berbig und Peßolat spielten unter dem Duo Seipel und Martin Hauswald schon in der Saison 2015/16 in der Regionalliga für Wacker.

Seipel trifft in Nordhausen auf viele bekannte Gesichter

„Ich mache das hier, weil ich mich verbunden mit Wacker fühle. Ich habe schließlich hier ein paar Jahre etwas mit aufgebaut“, begründete Seipel, der von 2013 bis 2016 in Nordhausen als Trainer arbeitete, seine Zusage. „Es ist vielleicht ein bisschen verrückt, aber ich scheue mich nicht vor schweren Aufgaben. Ich packe hier mit an. Wir wollen nicht den guten Fußball in Nordhausen sterben lassen“, so Seipel. Vor drei Wochen habe ihn Wackers Präsident Nico Kleofas angerufen und gefragt, ob er sich die Aufgabe vorstellen kann. Seipel sprach mit seinem Verein DJK Struth, der in der Landesklasse spielt, und mit Norman Wohlfeld, dem Geschäftsführer seines internationalen Fußballinternats Soccer City. „Ich muss den Hut vor DJK Struth ziehen, dass sie mich das in Nordhausen machen lassen“, so Seipel, der ein gefestigtes Team auf Platz sieben ohne Abstiegssorgen hinterlässt. Seipels Trainingsarbeit bei Soccer City in Lengenfeld unterm Stein übernimmt der Ex-Torwart Wohlfeld, der auch über die A-Lizenz verfügt.

Wenn Seipel sich nun kommende Woche beim Training vorstellt, trifft er auf viele bekannte Gesichter. Paul Kirchner, Leon Gümpel, Lennart Liese, Simran Dhaliwal und Torwart Valentin Henning lernten das Fußball-ABC bei Soccer City. „Ich werde mir erst mal einen Überblick verschaffen und sehe dann, wie ich helfen kann“, so Seipel. „Arbeit gibt es genug und drei Trainer sind besser als zwei“, sagte Teamchef Berbig. „Am Ende des Tages ist es wichtig, dass wir über dem Strich in der Regionalliga stehen“, formulierte Seipel das Ziel.

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