Der Briefwechsel zwischen dem KZ-Überlebenden Ernst Federn und seinem Vater erzählt vom schmerzhaften Erinnern, ohne es zu benennen. Vor allem um die Analyse des Lebens in den Konzentrationslagern und die Psychologie des Terrors machte er sich verdient.

Als Ernst Federn (1914 bis 2007) Mitte der 1990er erstmals seit 50 Jahren nach Buchenwald zurückkehrt, kennen ihn nur Insider. Als Psychoanalytiker und Sozialtherapeut hat sich der 81-Jährige vor allem um die Analyse des Lebens in den Konzentrationslagern und Psychologie des Terrors verdient gemacht. In den Fokus der Öffentlichkeit rückt er zu dieser Zeit auch mit einem Erfolg vor Gericht. Mit einer Veröffentlichung über das Konzentrationslager Buchenwald hatte Federn den namhaften Frankfurter Kommunisten und Buchenwald-Mitüberlebenden Emil Carlebach herausgefordert, indem er berichtete, Carlebach habe als Kapo der Judenbaracke einem österreichischen Mithäftling nach dem Leben getrachtet. Vergeblich hatte der so Beschuldigte versucht, die gedruckte Offenbarung zu verbieten.