2100 Gäste erleben Politischen Aschermittwoch in Suhl - Ramelow als Egon Olsen verhaftet

Suhl  Als Gäste waren neben Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) auch SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles, sowie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und CDU-Landtagsfraktionschef Mike Mohring anwesend.

Regierungschef  Bodo Ramelow (Linke) beim politischen Aschermittwoch in Suhl.

Regierungschef  Bodo Ramelow (Linke) beim politischen Aschermittwoch in Suhl.

Foto: Kai Mudra

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Das ist einmalig in Deutschland. Seit sieben Jahren treten im CCS Suhl, dem größten Veranstaltungssaal der Gegend, die Stadtratsfraktionen gegeneinander im Wettbewerb um die beste Büttenrede an. 6.66 Minuten bleiben für den Auftritt und um das Publikum zu überzeugen. Gewürzt wird das Spektakel zusätzlich mit weiterem Klamauk, Tanz, Sketchen oder Gesang und Auftritten prominenter Landespolitiker. Mit 2100 Gästen war der Saal rappelvoll.

Erstmalig folgt dieses Jahr mit Andrea Nahles auch eine Bundespolitikerin der Einladung hinter die Berge ins beschauliche Suhl. Die SPD-Chefin weckte zugleich bei Moderator und Organisator Daniel Ebert Hoffnung auf künftig noch mehr Prominenz aus Berlin. Denn in den Vorjahren wurden immer Absagen beispielsweise vom vormaligen SPD-Chef Martin Schulz oder von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Einladungen nach Suhl zum Gaudi des Publikums verlesen.

Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) hatte seinen dritten Auftritt als Mitglied einer Olsen-Bande. Als Egon schmiedete er mit seinen beiden Kumpanen den Plan, in die Staatskanzlei einzubrechen um den Schlüssel der Macht aus dem Tresor zu entwenden. Pech nur, dass auch dieser Plan aufgeflogen ist. Ramelow oder besser Egon Olsen wurde verhaftet und mit einer Schwalbe aus dem Saal gefahren.

Auch Andrea Nahles musste sich gemeinsam mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) den Gepflogenheiten des Suhler Aschermittwochs stellen. Letztlich scheiterten die beiden SPD-Politiker aber daran, dass der Minister ein digitales Klassenzimmer nicht so aufgemalt hat, dass seine Parteichefin den Begriff auch erraten konnte.

„Von wegen eine Rede halten und gut, so wird’s nicht laufen“, lässt Daniel Ebert noch vor Veranstaltungsbeginn die Büttenredner wissen. „Wer hier her kommt, der muss zeigen, wie spontan, witzig und unterhaltsam er oder sie sein kann.“ Die starke Konkurrenz gewinnt übrigens die Linkspartei. Die CDU scheiterte an der Zeitvorgabe. Da half es den Christdemokraten auch nicht, dass aus Apolda Landtagsfraktionschef Mike Mohring zur Unterstützung angereist war.

Das alles überstrahlende Thema beim Aschermittwoch am Dienstagabend in Suhl war die Gebietsreform und die sich anbahnenden freiwilligen oder unfreiwilligen Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften und Gemeinden. Das Publikum im Saal quittierte mit viel Beifall die zahlreichen Anspielungen auf lokale Macken und Marotten und künftige Partnerschaften.

Einer der Höhepunkte war der Auftritt der Entertainerin Daphne de Luxe. Sie schaute vorbei, um ihrem Slogan „Comedy in Hülle und Fülle“ so richtig aufzutrumpfen. Beim Auftritt der Fränkin, die regelmäßig auch Gast in der WDR „Ladys Night“ ist, blieb im Saal kaum ein Auge trocken.

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