Rauschende Nächte mit Riesenaufwand

Kleinromstedt  Kleinromstedter Faschingsclub setzt mit seinem Piraten-Programm Maßstäbe: 70 Mitwirkende garantieren für keine Sekunde Langeweile

Mit ihrem Maori-Tanz durften die Männer der „Hartholz-Combo“ nicht ohne Zugabe wieder von der Bühne. Die Musik dazu kam vom DJ, ansonsten wird in Kleinromstedt fast jeder Ton live gespielt und gesungen. Mehr Bilder: www.ta-apolda.de.

Mit ihrem Maori-Tanz durften die Männer der „Hartholz-Combo“ nicht ohne Zugabe wieder von der Bühne. Die Musik dazu kam vom DJ, ansonsten wird in Kleinromstedt fast jeder Ton live gespielt und gesungen. Mehr Bilder: www.ta-apolda.de.

Foto: Michael Grübner

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Mit zwei ausverkauften Nächten ist der Kleinromstedter Faschingsclub (KFC) in seine 52. Session gestartet. Die 280 Plätze im Saal des Gasthauses „Birkenhof“ sind auch für den kommenden Samstag bereits ausgebucht – nur für den Freitag gibt es noch ein paar Restkarten.

Wer eine ergattert, darf sich auf ein Spektakel freuen: Das dreistündige Bühnenprogramm lief in den ersten beiden Nächten wie eine gut geölte Maschine – in diesem Fall ein Schiffsdiesel. Denn als Motto hatte der Elferrat im Herbst „Piraten der Karibik“ festgelegt: „Der Mast gebrochen, Piraten, habt Mut! In Jamaika, versprochen, wird alles gut!“ Diese Losung wurde von der politischen Entwicklung zwar inzwischen überholt, aber bei ihren Pointen reagierten die Kleinromstedter schnell und nahmen die neue Groko diverse Male auf die Schippe.

So etwa, als sie den „Hilfskoch“ ihres Piratenseglers über die Planke laufen ließen und beim Versuch, ihn aus dem Wasser (einer Klappe im Bühnenboden) wieder hochzuhieven, diverse unerwünschte Beifänge an den Haken bekamen. Zuerst einen Hai, später dann eben auch Groko-Unterhändler Martin Schulz („Sie muss vom Tich!“), daneben aber auch Untote wie Michael Jackson oder Erich Honecker.

Zum Highlight wurden auch einmal mehr die KFC-Nachrichten, verlesen von Martin Birnschein und begleitet von einem Plüsch-Papagei, den Timmy Weischner-König, unter dem Tisch kauernd, zum Leben erweckte. Da wurde die „Holzecke“ an der Straße nach Isser-stedt zum Bermuda-Dreieck und zur Touristen-Attraktion, weil auf dieser Ortsverbindung, ermittelt durch stark abweichende Verkehrszählungen, scheinbar Hunderte Autos pro Tag verschwinden. Oder es tauchte ein kühner Plan zur Zukunft von Apolda nach der Landesgartenschau auf: „Apolda taucht ab“ statt „blüht auf“. Einfach die Innenstadt fluten, das Stadtwappen ändern, ein paar Attraktionen vorher anheben – fertig.

Stehende Ovationen gab es für den Auftritt der „Hartholz-Combo“: Die Männer-Tanzgruppe hatte eine Maori-Nummer im Stil der neuseeländischen Rugby-Mannschaft einstudiert. Überhaupt ist das Angebot des KFC an Tänzern erstaunlich: Funkengarde, Prinzengarde, zwei Männer- und drei Damenballetts, alles ohne personelle Überschneidungen.

Die Liebe und der gewaltige Fleiß, den die KFC-Mitstreiter in ihr Programm investieren, sind in jeder Sekunde spürbar. Die Bühne ist als ein Mix zwischen Segelschiff und Piraten-Kneipe („Unsink-Bar“) gestaltet. Seit Ende Oktober gab es in jeder Woche zunächst drei Bau-Tage, in den Wochen vor dem Fasching werkelte das rund 15-köpfige Kulissenteam praktisch jeden Tag im Saal. Die Tanzgruppen probten teilweise seit dem Sommer, ehe im Dezember das Programm seine Grundzüge bekam und im Januar mit teilweiser Freigabe der Bühne die ersten Nummern auch im Saal weiter verfeinert wurden.

Ein Geheimnis und Gegenstand wilder Wetten blieb auch in diesem Jahr bis zum ersten Abend die Identität des Prinzenpaares. Von den Wettern lag diesmal keiner richtig – denn der Prinz ist kein KFC-Mitglied, sondern der Jung-Landwirt Patrick Koch aus Stobra. An seiner Seite eröffnete ein bekanntes Gesicht die Kussfreiheit: Anika Eisel kommt aus Jena und tanzt seit Jahren beim KFC. Kinder-Prinzenpaar sind Felix Schwendel-Baumann (4), Enkel des KFC-Präsidenten und -Moderators Chris Baumann, und die fünfjährige Stobraerin Jette Färber.

Karten für Freitag, 9. Februar, gibt es noch am morgigen Dienstag für 15 Euro im Birkenhof (18 bis 20 Uhr).

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