Neuer ICE von Jena nach Berlin

Weimar  Der Winterfahrplan für den Fernverkehr: Ostthüringer können wochentags schon um 8 Uhr die Hauptstadt erreichen.

Foto: zgt

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Am 11. Dezember tritt der neue Fahrplan der Bahn in Kraft. Im Fernverkehr soll Thüringen einige Verbindungen verlieren, dafür kommen neue hinzu. Unsere Zeitung gibt einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen: Was fällt weg? Auf der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Düsseldorf und Thüringen entfällt der Intercity, der täglich um 5.20 Uhr in Köln startete und um 10.29 Uhr Erfurt beziehungsweise 11.25 Uhr Jena erreichte (IC 2153). In der Gegenrichtung fällt der IC weg, der Thüringen am Nachmittag gen NRW verließ. Er startete um 15.08 Uhr in Weimar und um 15.25 Uhr in Erfurt und erreichte Düsseldorf um 20.12 Uhr (IC 2150).

Für Erfurt entfallen – vor allem baubedingt – zwei ICE-Direktverbindungen pro Tag und Richtung nach Stralsund/Binz. Fahrgäste müssen nun jeweils in Berlin umsteigen.

Auch die bisherige nächtliche IC-Verbindung Zürich-Frankfurt-Berlin/Prag für Erfurt und Weimar entfällt. Die Verbindung ohne Schlaf- und Liegewagen wurde nur sehr schwach genutzt, was wohl auch an den Zeiten lag: Der Zug von Zürich nach Berlin erreichte Erfurt um 3.37 Uhr, in der Gegenrichtung hielt er um 1.31 Uhr in der Landeshauptstadt. Was ist neu? Jena bekommt wochentags eine neue ICE-Frühverbindung nach Berlin: Start des ICE 1531 ist um 5.33 Uhr in Jena-Göschwitz und um 5.42 Uhr in Jena-Paradies. Der Zug fährt über Naumburg und Weißenfels nach Halle (Ankunft: 6.40 Uhr) und erreicht um 8.01 Uhr Berlin – mit Ausnahme einzelner Wochentage im Frühjahr 2017, an denen er baubedingt nicht verkehren kann. Welche Tage das genau sein werden, steht noch nicht fest.

In den Sommermonaten Juli und August 2017 kommen Reisende von Erfurt, Gotha und Eisenach aus im Nachtreiseverkehr täglich ohne Umstieg zum Beispiel nach München und Stuttgart: Der IC 2095 aus Berlin hält um 23.50 Uhr in Erfurt, um 0.07 Uhr in Gotha und um 0.24 Uhr in Eisenach, um anschließend nach Frankfurt (Main) und von dort aus weiter nach Stuttgart (Ankunft: 4.49 Uhr) und München (7.32 Uhr) zu rollen. In der Gegenrichtung startet der IC 2090 um 21.51 Uhr in München und fährt über Eisenach, Gotha und Erfurt weiter bis nach Berlin.

In einer, wie es heißt, „attraktiveren Zeitlage“ als bisher wird der Nacht-IC Zürich-Frankfurt-Berlin/Prag in Thüringen unterwegs sein – und obendrein in Eisenach und Gotha halten. Die genauen Zeiten hat die Bahn noch nicht bekannt gegeben.

Wie werden wegfallende Verbindungen noch kompensiert? Die nächtliche IC-Verbindung Zürich-Frankfurt-Berlin/Prag wird teilweise durch den neuen Nachtzug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit Halt in Erfurt zur etwa gleichen Zeit wie der bisherige Nacht-IC ersetzt. Dieser Zug fährt künftig nicht nur bis Berlin, sondern sogar bis Hamburg, so dass Reisende aus Thüringen nachts in die Hansestadt aufbrechen können. Alternativ bietet die Deutsche Bahn montags bis freitags eine ICE-Direktverbindung von Erfurt (Abfahrt: 6.27 Uhr) nach Berlin (Ankunft: 8:29 Uhr) und in der Gegenrichtung ebenfalls täglich eine abendliche ICE-Direktverbindung von Berlin (Abfahrt: 19.27 Uhr) nach Erfurt. Auf welchen Strecken in und um Thüringen ist 2017 mit Baustellen zu rechnen? Ganzjährig gebaut wird am Knoten Halle (Saale), was sich auf Thüringer Linien auswirken wird; zusätzlich wird von Januar bis April die Strecke Halle-Bitterfeld gesperrt.

Von Januar bis November 2017 wird die Strecke Erfurt-Bebra/Fulda ausgebaut, was zu Verlängerungen der Reisezeit und (Teil-)Ausfällen führen kann.

Von Februar bis April 2017 wird der Knoten Frankfurt gesperrt (unter anderem wegen Bahnsteigarbeiten am Hauptbahnhof und in Frankfurt-West). Das wird Umleitungen und den Wegfall von Unterwegshalten zur Folge haben. Gibt es schon einen Ausblick auf die Zeit ab Ende 2017? Ja, zumindest grob: Sobald die ICE-Neubaustrecke durch den Thüringer Wald eröffnet ist, soll stündlich ein ICE zwischen Erfurt und München verkehren, der für diese Strecke nur noch zweieinhalb Stunden braucht. Zudem soll es stündlich ohne Umstieg von Erfurt aus nach Berlin, Nürnberg und München gehen.

Auf der Mitte-Deutschland-Verbindung sind ab Ende 2018 drei IC-Zugpaare via Jena geplant, davon ein Zugpaar von/nach Kassel, die anderen von/nach Düsseldorf. Welche ICE fahren durch Thüringen?

l Linie 15: sechs Zugpaare täglich auf der Strecke Berlin-Halle-Erfurt

l Linie 28: im Stundentakt auf der Strecke Hamburg-Berlin-Leipzig-Jena-München

l Linie 50: im Stundentakt auf der Strecke Wiesbaden/Frankfurt-Erfurt-Leipzig/Dresden

Außerdem gibt es im ICE-/IC-Verkehr Einzelzüge von und nach Binz, Rostock, Düsseldorf und Saarbrücken mit Halt in Thüringen. Was ist mit dem Bahn-Fahrplan im Nahverkehr?

Die dafür zuständige Nahverkehrsservicegesellschaft (NVS) hatte Anfang des Jahres ihren Entwurf für 2017 zur Diskussion gestellt. Die NVS stellt das Konzept auf, damit die vertraglich gebundenen Bahnanbieter die entsprechenden Fahrpläne bei der DB Netz AG melden können. Mehrere hundert Änderungsvorschläge sind dazu von Bürgern eingegangen, das Gros aus Ostthüringen. Die NVS will sich in Kürze zu den wichtigsten Fahrplanänderungen äußern. Dazu gehört zum Beispiel eine neue Direktverbindung, die Reisende aus dem späten ICE aus Berlin (Abfahrt: 19.27 Uhr) in Leipzig aufnimmt und über Jena nach Saalfeld fährt.

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