35.000 Blitze bei Unwetter über Thüringen

Windböen, Hagel, Gewitter und reichliche Niederschlagsmengen: Das Unwetter, das am Sonntag über Thüringen zog, hatte alles dabei. Rund 35.000 Blitze wurden von den Meteorolgen gezählt.

Bei dem Unwetter am Sonntag entluden sich zahlreiche Blitze über Thüringen. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Bei dem Unwetter am Sonntag entluden sich zahlreiche Blitze über Thüringen. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Wie ein Streußelkuchen sah Thüringen auf dem Radarbildschirm aus, berichtet der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Gemeint waren die Gewitterzellen, die am Sonntagabend über den Freistaat zogen. Sie brachten teils kräftige Niederschläge und starke Windböen mit. Nach rund sechs Stunden flachten die Unwetter dann erst in der Nacht wieder ab.

Um 16 Uhr bildeten sich erste Gewitter an den Landesgrenzen zwischen Thüringen und Niedersachsen und Thüringen und Sachsen-Anhalt. So kamen zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr in der Nähe von Heilbad Heiligenstadt und Teistungen circa 40 Liter in der Stunde herunter. Zur gleichen Zeit gab es aber bereits auch in Ostthüringen ergiebige Niederschläge. Bei Camburg und Dorndorf-Steudnitz, nordöstlich von Jena, seien nach Angaben des DWD ebenfalls 40 Liter pro Stunde gefallen ( Video: Unwetter reißt Äste von Bäumen im Freibad Camburg ab). Die Niederschläge waren jedoch immer lokal begrenzt.

Doch schon kurz nach den ersten Gewitteraktivitäten gab es 16.30 Uhr in Weimar einen Blitzeinschlag. Im Schwanseebad wurden sechs Menschen verletzt , als sich dort ein Blitz entlud.

Eine besonders starke Gewitterzelle bildete sich eine Stunde später erneut im Raum Weimar und Apolda. Ab 18.30 Uhr seien dann überall in Thüringen Gewitter angezeit worden, heißt es vom DWD. Schwerpunkte am Abend waren dann die Gebiet um das Hermsdorfer Kreuz, Greiz ( Video: Unwetter über Langenwetzendorf) und Bad Lobenstein. Zwischen 19.00 Uhr und 20.30 Uhr gab es hier besonders kräftige Gewitter. Der Höhepunkt war dann zwischen 21.30 Uhr und 22.00 Uhr. Insgesamt seien so vom DWD rund 35.000 Blitze über Thüringen und den Grenzregionen gezählt worden.

Windstärke zehn am Flughafen Erfurt

Mit der Kaltfront nahm auch der Wind Fahrt auf. Am Flughafen Erfurt bließ es mit 91 Kilometer pro Stunde, das entspricht der Windstärke 10. Aber auch weiter im Osten in Gera gab es in der Spitze Windgeschwindigkeiten von 73 Kilometer pro Stunde.

Thüringen war jedoch nicht alleine von den Unwettern betroffen. Auch in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern verabschiedete sich die Hitze mit zahlreichen Gewittern. Zuvor kletterten die Temperaturen noch einmal über 35 Grad. Am heißesten war es mit 36 Grad Celsius in Jena. Auch in Artern und Olbersleben stiegen die Werte wie in den Tagen zuvor über 35 Grad Celsius.

Selbst in den höher gelegenen Regionen war es hochsommerlich. Auf dem kleinen Inselsberg wurden 28,4 Grad Celsius gemessen. Knapp anderthalb Grad „kühler“ war es auf der Schmücke.

Wetter beruhigt sich

Ein Blick voraus zeigt, dass sich das Wetter in den kommenden Tagen beruhigt. Extreme Temperaturen jenseits der 35 Grad-Marke werden nicht mehr erwartet, es bleibt jedoch sommerlich. Am Dienstag gibt es Werte rund um 23 Grad Celsius. Am Donnerstag sind dann aber schon wieder bis zu 30 Grad drin. Solche starken Gewitter wie am Sonntag seien dann aber nicht in Sicht, beruhigt man beim DWD.

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