„Friederike“ im Unstrut-Hainich-Kreis: Unfälle, umgeknickte Bäume und kein Strom

Bad Langensalza  Sturmtief „Friederike“ hat am Donnerstag den Unstrut-Hainich-Kreis nicht verschont. In weiten Teilen des Kreises war über Stunden das Stromnetz zusammengebrochen. Die Feuerwehren des Landkreises waren in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen Dachrieden und Eigenrode wurde ein Rentner verletzt. Der Fahrer des Wagens war mit seinem Auto gegen die Steinmauern der Eisenbahnbrücke geprallt.

Bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen Dachrieden und Eigenrode wurde ein Rentner verletzt. Der Fahrer des Wagens war mit seinem Auto gegen die Steinmauern der Eisenbahnbrücke geprallt.

Foto: Alexander Volkmann

Der Schultag endete für die zwei Kinder aus Bollstedt mit einem mächtigen Schrecken: Auf der Heimfahrt musste ihr Bus zwischen Görmar und Bollstedt gegen 14 Uhr stoppen. Ein umgestürzter Baum hatte die Straße versperrt. Just in dem Moment, als der Fahrer zurücksetzte, krachte ein Strommast direkt dahinter auf die Straße; die Leitungen baumelten nach unten. Der Weg war versperrt.

Die Feuerwehren aus Görmar und Mühlhausen kamen als erste zu Hilfe, holten die Kinder aus dem Bus. Die Einsatzkräfte aus Bollstedt rückten nach. Nachdem die Mitarbeiter des Energieversorgers den Strom gekappt hatten, räumten die Feuerwehrleute die Straße.

Sturmtief „Friederike“ hat am Donnerstag den Unstrut-Hainich-Kreis nicht verschont. In weiten Teilen des Kreises war über Stunden das Stromnetz zusammengebrochen. Auch in der Grundschule in Ammern blieb es seit dem Mittag dunkel. Die Läden im Ammerschen Gewerbegebiet hatten wegen des Stromausfalles seit dem Nachmittag geschlossen.

Die Feuerwehren des Landkreises waren in Alarmbereitschaft versetzt worden, viele Freiwillige wurden vorsorglich in die Gerätehäuser beordert. Bereits am Vormittag rückte die Feuerwehr aus Ammern zu einem Verkehrsunfall nach Dachrieden aus. Gegen 9.35 Uhr war ein 77 Jahre alter Senior mit seinem Auto frontal gegen die Eisenbahnbrücke geprallt. Der Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Straße war zwei Stunden gesperrt.

Auf vielen Straßen kein Durchkommen

Ab 13 Uhr waren die Mühlhäuser Feuerwehrleute wegen des Sturmes im Dauereinsatz. In der ganzen Stadt waren Bäume entwurzelt worden und versperrten die Straßen. Dachziegel wurden von Häusern geweht, Bauzäune umgeworfen. In Großengottern stürzte ein Baum auf die Waidstraße.

Auch die Höhenlagen des Kreises hatten mit dem Sturm zu kämpfen, so zwischen Struth und Effelder und zwischen Struth und Kloster Zella. An manchen Stellen war wegen der umgestürzten Bäume kein Durchkommen mehr.

Probleme gab es auch zwischen Hüpstedt und Reifenstein. Schließlich unternahmen in den Sturmböen Weihnachtsbäume, die zum Entsorgen abgelegt worden waren, Flugversuche. Schon aus Vorsicht schlossen im Landkreis einige Geschäfte. Das Schulamt hatte den Schulen freigestellt, den Unterrichtstag zu verkürzen. Für die meisten Schüler war Mittag Schluss.

Mit dem Bus nach Hause ist sicherer als zu Fuß

Nach Aussage der Regionalbus-Prokuristin Ines Hamann rollte der Busverkehr weitgehend nach. Sie sagte: „Drei Busse zwischen Görmar und Bollstedt fielen aus, bei Schierschwende hatten wir ein paar Probleme. Es gab Umleitungen und Verspätungen, aber mit dem Bus nach Hause zu fahren, das ist sicherer als zu Fuß zu gehen.“

Abgesagt wurde des Wetters wegen auch die für den Abend angesetzte Bürgerversammlung in Schönstedt. Dort gab es, wie in den Südeichsfeld-Orten Heyerode und Wendehausen, sowie im Anröder Ortsteil Lengefeld ebenfalls für Stunden keinen Strom.

Wohl erst am Freitagmorgen können die Schäden eingeschätzt werden, die „Friederike“ im Landkreis hinterlassen hat.

Aufräumarbeiten nach Orkan „Friederike“ - Innenminister bei Feuerwehrleuten

Protokoll eines Orkans: „Friederike hat uns voll im Griff“

+++ Liveticker +++ zum Sturmtief „Friederike“: Feuerwehrmann stirbt, Zugverkehr eingestellt, Lkw kippen um

youtube
Zu den Kommentaren