Hochwasser im Altenburger Land: Gößnitz komplett evakuiert, Dammbruch droht in Serbitz

Das gesamte Altenburger Land ist seit Sonntag im Ausnahmezustand. Betroffen sind wohl alle Städte und Dörfer, die sich entlang von Pleiße und Sprotte befinden. Im Normalfall liegen die Pegel beider Flüsse bei etwa einem Meter.

Das gesamte Altenburger Land ist seit Sonntag im Ausnahmezustand. Betroffen sind wohl alle Städte und Dörfer, die sich entlang von Pleiße und Sprotte befinden. Im Normalfall liegen die Pegel beider Flüsse bei etwa einem Meter.

Das gesamte Altenburger Land ist seit Sonntag im Ausnahmezustand. Betroffen sind wohl alle Städte und Dörfer, die sich entlang von Pleiße und Sprotte befinden. Im Normalfall liegen die Pegel beider Flüsse bei etwa einem Meter.

Foto: zgt

Gößnitz. Doch bereits in den frühen Morgenstunden musste Sonntag die höchste Warnstufe III herausgegeben werden, im Laufe des Tages spitzte sich die Situation entlang beider Gewässer dramatisch zu. Während am Morgen beispielsweise in Gößnitz lediglich eine defekte Brücke und reichlich unter Wasser stehende Überschwemmungsgebiete zu beklagen waren, musste die Stadt, die über 3500 Einwohner hat, am späten Nachmittag komplett evakuiert werden. Die Pleiße hatte einen Pegel von 4,13 Meter erreicht.

Ursache dafür war der lang anhaltende Starkregen, der den Fluss anschwellen ließ. Ab Mittag lief außerdem die Koberbachtalsperre im benachbarten Sachsen über. Die Welle von dort erreichte Gößnitz am Nachmittag. Über 3000 Menschen mussten daraufhin innerhalb von nur 15 Minuten ihre Häuser verlassen. Notquartiere wurden unter anderem im Schulzentrum in der hoch gelegenen Schönhaider Straße eingerichtet. Am Abend betrug der Pleißepegel 4,29 Meter - und stieg weiter.

Evakuierungen liefen zu diesem Zeitpunkt auch im Schmöllner Ortsteil Großstöbnitz. Die Sprotte hatte dort einen Pegel von zeitweise 3,80 Meter erreicht. Auch solche kleinen Bäche wie Köthelbach, Limpitz und Klingelbach traten weit über ihre Ufer. Wovon besonders Sommeritz, Zschernitzsch und eben Großstöbnitz betroffen waren.

Dort standen weite Straßenzüge unter Wasser, die Evakuierung konnte zum Teil nur mit Schlauchbooten erfolgen.

Im Einsatz waren alle Feuerwehrleute aus dem Stadtgebiet sowie den Ortsteilen. Auch das Technische Hilfswerk rückte am frühen Abend an. Die Johanniter-Unfall-Hilfe war ebenfalls vor Ort. Zahlreiche freiwillige Helfer meldeten sich im Laufe des Tages, um beispielsweise Sandsäcke zu füllen oder die Versorgung mit Essen und Trinken zu sichern.

In Großstöbnitz, wo die Feuerwehrmänner darüber hinaus ihr eigenes Gerätehaus vor den Fluten schützen musste, füllten Männer und Frauen bis zum Nachmittag zwanzig zusätzliche Lkw-Ladungen Sand in Säcke ab.

Die größten Sorgen indes bereitete dem Katastrophenschutzstab des Altenburger Landes der Damm in Serbitz. Der war schon recht aufgeweicht, bevor die Koberbachtalsperre überlief. Ab dem Nachmittag fürchtete man im Landratsamt in Altenburg, dass der Damm ganz bricht, wenn die Wassermassen aus Sachsen in Serbitz eintreffen. Was dann passiert, vermochte im Katastrophenstab gestern niemand zu sagen. "Wir haben keine Erfahrungen, was im Falle eines Dammbruches genau geschieht. Wir gehen von dem Schlimmsten aus", sagte Stabschef Ronny Thieme. Und das Schlimmste ist, dass das 150-Seelen-Dorf, das zuvor evakuiert worden war, dem Erdboden gleich gemacht werde. Das Hochwasser, das seit gestern im Altenburger Land zu erleben ist, ist bis dato einzigartig in der Region. "Und es ist schlimmer, als das Hochwasser im Jahr 2002", so Thieme.

Bild 1: Evakuierung in Großstöbnitz: Die Feuerwehr ist mit dem Schlauchboot unterwegs.

Bild 2: Der Pegel der Pleiße stieg gestern auf 4.13 Meter. Die gesamte Stadt musste am Nachmittag evakuiert werden.

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