Schlammlawinen suchen nach starkem Regen Landkreis Nordhausen heim

Südharz  Im Vergleich zu anderen Thüringer Regionen wie dem Kyffhäuserkreis kam der Südharz weitestgehend mit einem blauen Auge davon. In Hesserode und Immenrode war allerdings der Schlamm ein Thema. In der Hauptstraße von Niedergebra war Wasser in einen Keller gelaufen.

Eine Schlammlawine hat Hesserode heimgesucht. Der Schlamm kam vom Feld den Berg hinunter. Lothar Schöneberg ist auch betroffen.

Foto: Hans-Peter Blum

Die Rettungsleitstelle registrierte ein knappes Dutzend Einsätze der Feuerwehren vor allem im westlichen Landkreis. In Hesserode und Immenrode war allerdings der Schlamm ein Thema. Der Deutsche Wetterdienst hatte am späten Dienstagabend gegen 22.25 Uhr eine Unwetterwarnung herausgegeben - eine halbe Stunde später ging der erste Notruf in der Rettungsleitstelle ein: In der Hauptstraße von Niedergebra war Wasser in einen Keller gelaufen. In der Ölgasse stand eine Garage unter Wasser. Zu acht Einsätzen im Stadtgebiet wurde die Bleicheröder Feuerwehr gerufen. Es galt, Wasser aus Kellern in der Löwentorstraße und im Mittelweg zu pumpen. Wie Stadtbrandmeister Burkhard Keil informierte, stand die Nordhäuser Straße unter Wasser und war verschlammt, in der Burgstraße war zudem ein Baum auf die Straße gefallen.

In Hesserode war die Nüxeier Straße besonders betroffen. Von einem Feld auf einem Berg oberhalb der Grundstücke hatte sich eine Schlammlawine gelöst und sich in Richtung der Bundesstraße 243 bewegt. Zwei Grundstücke wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Schlamm strömte durch Garten und Hof auf die Straße. „In unserer Werkstatt steht der Schlamm. Leider hat es ein Kaninchen nicht überlebt“, sagte Antje Stodolka-Dohle, deren gesamte Familie am Mittwochvormittag mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. „Ich wohne schon seit 50 Jahren hier. So etwas habe ich aber noch nicht erlebt“, berichtete Nachbar Lothar Schöneberg. Seine Karpfen im Teich haben das Unglück überstanden. Hinter den Grundstücken befindet sich ein Flutgraben. „Das Schlamm hat sich aber einen anderen Weg gebahnt“, sagte Hesserodes Bürgermeister Michael Kramer (CDU). Er will sich mit der Stadt Nordhausen in Verbindung setzen, um die Gründe für die Schlammlawine herauszufinden und fragen, warum der Flutgraben nicht funktioniert hat.

Gleich mit zwei Schlammabgängen von einem Feld innerhalb von drei Tagen hatten die Bewohner der Bergstraße in Immenrode zu kämpfen. „Die Grundstücke sind mit Schlamm vollgelaufen“, berichtete Werthers Bürgermeister Hans-Jürgen Weidt. Der Bauhof war am Mittwoch vor Ort, um mit den Bewohnern die Schäden zu beseitigen.

Wasser in der Wohnung und Stromausfall

In Wolkramshausen hatten 21 Einsatzkräfte in der Sondershäuser Straße zu tun, die überschwemmt und in Abschnitten verschlammt war. Nur einen Einsatz verzeichneten die Kameraden in Ellrich. Hier galt es, Wasser aus einer Wohnung in der Jüdenstraße zu pumpen, wie Stadtbrandmeister Tobias Hellmich informierte. Lipprechterode hatte mit einem Stromausfall zu kämpfen, aus Immenrode erreichte die Leitstelle ein Notruf, weil auch dort Wasser in ein Haus an der Dorfstraße gelaufen war. Im nördlichen Landkreis gab es nur den bereits genannten Einsatz in Ellrich.

Die Einsätze im Landkreis zogen sich bis Mitternacht hin, das Unwetter zog gen Osten ab. Im Kyffhäuserkreis wurden die Feuerwehren zu rund 30 Einsätzen gerufen, so Martin Friede, Mitarbeiter der Leitstelle.

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