Felix: Ein Affe im Bienenhaus

Ingo Glase über unerwarteten Zuwachs in Jena.

Nicht zum Affen machen lassen. Das könnte die Botschaft sein, die neuerdings im Bienenhaus der Universität Jena verkündet wird.

Von einem geduldigen Orang-Utan.

Der 100 Jahre alte Exot, wie eine alte Matratze mit Stroh gefüllt, kam über viele Umwege nach Jena. Das Erfurter Thomas-Mann-Gymnasium hatte unseren ausgestopften Vorfahren ausgemustert, das Fortbildungsinstitut der Lehrer - das Thillm - in Bad Berka setzte sich für den Artenschutz ein und vermittelte den stummen Zeitzeugen der Evolution nach Jena.

"Wir spielen mit dem Überraschungsmoment der Besucher bei diesem unerwarteten Anblick", gibt Professor Uwe Hoßfeld, der Hausherr, zu. "Aber dieser Augenblick soll Besucher und Studierende animieren, über die Präsentation von Flora und Fauna nachzudenken."

Und die Überraschung dürfte ihm gelungen sein, denn einen langarmigen Gesellen wie diesen dürfte niemand im Bienenmuseum erwarten.

Nun könnte man es affig finden, einen Orang-Utan zu bemühen, dem Bienenhaus neue Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Im Phyletischen Museum der Universität Jena steht seit Langem ein über 100 Jahre alter Berggorilla. Na gut, aber dort ist dieser auch nur ein Exponat von vielen dieser Art - und seine Anwesenheit auch nicht wirklich überraschend.

Aber wenn das Exotische hilft, das Traditionelle zu bewahren, nicht zu vergessen, dann sollte man dem Thüringer Affen viel öfter Zucker geben.

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