Zeitlupe: Warum es keinen Super-Sportsommer 2024 geben wird

Deutschland will sich für Olympia und Fußball-EM im gleichen Jahr bewerben. Englische Fußball-Milliardäre und Franzosen mit Fremdenlegionärs-Charme machen Ärger.

Nun versuchen Berlin und Hamburg gerade, ihre Bürger von den Reizen Olympias zu betören, da muss man feststellen: Es gibt Konkurrenz.

Nein, nicht in Dubai, New York, Singapur oder Taschkent. Im eigenen Land droht Gefahr für eine olympische deutsche Bewerbung für 2024. Ausgerechnet im gleichen Jahr will der DFB erstmals seit 1988 wieder die Fußball-Europameisterschaft ausrichten.

Zwei Top-Ereignisse in Deutschland - der Supersportsommer 2024. Das gab es noch nie in einem Land und wird wegen der immensen Kosten wohl auch für Deutschland eine Funktionärsfantasie bleiben. Na klar, den DFB stört Olympia nicht. Die EM findet ja auch vor den Sommerspielen statt und Fußball ist sowieso die Nummer eins zwischen Nordsee und Alpen. Der deutsche IOC-Präsident Bach sieht auch "kein Konfliktpotenzial" für zwei Großveranstaltungen innerhalb von drei Monaten. Irgendwie verständlich, denn derzeit rennen Bach die Kandidaten für die sündhaft teuren Olympischen Spiele nicht gerade die Bude ein. Auch wenn viele Stadien und Hallen bereits stehen; zwei solche Weltsport-Brocken wirtschaftlich zu heben, das dürfte auch für ein Schwergewicht wie Deutschland zu ambitioniert sein. Also freuen Sie sich doch auf die Fußball-EM 2024 und Olympia vier Jahre später.

Wenig "amused" sind derzeit die Real-Weltstars Ronaldo und Di Maria. Der portugiesische Fußballer Europas wäre gern zu Manchester United zurückgegangen. Nach Old Trafford dagegen musste der Argentinier, der die Deutschen gerade schwindlig spielte, zwangswechseln. Denn die 75- Millionen-Offerte der Engländer konnte selbst Real Madrid nicht ablehnen. Auf der Insel befinden sich die Klubs im Kaufrausch. Erstmals gaben die 20 Erstligisten umgerechnet eine Milliarde Euro für neue Kicker aus. Spitzenreiter ist ManU mit dem neuen Trainer Louis van Gaal mit 190 Millionen. Der Start der Roten ging aber erstmals völlig daneben. Zwei Punkte aus drei Spielen und eine Pleite im englischen Ligapokal mit 0:4 bei Drittligist Milton Keynes Dons sorgte schon für mächtig Unruhe im Theater der Träume.

Ziemlich verärgert sind die Reiter aus aller Welt über die Franzosen. Eigentlich sind die Leute in der Normandie für ihre Freundlichkeit berühmt, was ich im Juli gerade selbst erleben durfte. Doch bei den Weltreiterspielen in Caen zeichnen sich die Sicherheitskräfte der Gastgeber eher durch den Charme von Fremdenlegionären aus. Bei Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu wurde es sogar handgreiflich. Ein Mitglied des Organisationskomitees habe sie "am Kopf unter eine Absperrung gedrückt". Zudem seien die Toiletten im Stadion des örtlichen Fußballvereins für die Zuschauer nur ekelhaft, der Shuttle-Service funktioniere nicht und nur eine Straße für 50 000 Besucher führte direkt ins Verkehrschaos.

Klare Worte verlor auch Diskus-Recke Robert Harting. Der Meeting-Chef in Brüssel wollte dem Berliner keinen einzigen Cent Startgeld zahlen. Harting müsse sowieso kommen, wenn er den Diamanten-Pokal und 40 000 Dollar einsacken wolle. Harting stritt bis aufs Messer ("Schließlich haben auch wir Werfer einen Marktwert") und der Belgier gab ein wenig nach. Hartings Gage bewegt sich nun zwar nur in Fahrtkosten-Nähe, aber die Kontrahenten haben das Gesicht gewahrt. So hatte der Diskus-Europameister gestern Abend erstmals in seiner Karriere die Chance, die Diamanten-Liga zu gewinnen.

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