Eichsfeld. Lea Bringmann vom Eichsfelder Verein Balipockets hilft mit Spenden seit Jahren der kleinen indonesischen Insel. Auf ihrer Reise wird sie mit großer Armut konfrontiert. Das hat sie erlebt:

Von Bali zurück ist Lea Bringmann, Mitglied des erweiterten Vorstandes des Worbiser Vereins Balipockets. Hinter ihr liegen drei ereignisreiche Wochen voller vielfältiger Eindrücke, die sie im Rahmen des Projekteinsatzes mit dem Partnerverein Bali Caring Community (BCC) sammelte. Zusammen wurden verschiedene schulische Einrichtungen besucht, um sich ein allgemeines Bild zu machen.

Nach fünfjähriger pandemiebedingter Einsatzpause war es den Eichsfeldern wichtig, den direkten Draht zu Bali wieder aufzunehmen. Und so reiste Lea Bringmann mit dem Vorsitzenden der BCC, Kadek, unter anderem in den Norden der Insel, um auch dort zwei Schulen in Augenschein zu nehmen, an denen es im vergangenen halben Jahr Sanierungsarbeiten und neue Ausstattung gab. Die Ergebnisse wurden bewertet und dokumentiert.

Schule ohne funktionierende Sanitäreinrichtungen

Eine der beiden Einrichtungen hatte laut der Eichsfelderin viele neue Möbel erhalten, die erst kürzlich angeliefert und nun auf die Räume verteilt wurden. „Die waren sehr, sehr stabil, aus gutem Holz, wie mir erklärt wurde. Die Schule hatte sich, als die Projektzusage kam, schnell dafür entschieden, besonders nachhaltige und robuste Stühle und Tische zu bestellen, damit viele Generationen von Schülern etwas davon haben“, so Bringmann. Die Mittel dafür warb der Verein aus einem Kleinprojektefond des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein.

Und eine weitere Grundschule braucht Hilfe, denn sie hat derzeit keine funktionieren Sanitäranlagen – ein Zustand, der für die Kinder und Lehrkräfte nur schwer zu ertragen ist. Gemeinsam machten sich Kadek und Bringmann ein umfassendes Bild von der Situation. Der Verein Balipockets wird, in enger Rücksprache mit der BCC, herausfinden, ob dies das nächste gemeinsame Projekt werden könnte.

Während des Bali-Aufenthaltes war aber auch Zeit, die vielfältigen sozialen Projekte der BCC, in die Balipockets nicht involviert ist, kennenzulernen. „Die Arbeit der vielen Freiwilligen auf der Insel ist von großem Engagement, Herzlichkeit und hoher Professionalität gekennzeichnet. Was mir aufgefallen ist, ist, dass die Dinge oft viel unkomplizierter angegangen werden, als es bei uns in Deutschland der Fall ist“, so Lea Bringmann. Die Zusammenarbeit zwischen dem Worbiser Verein und der BCC steht nach Ansicht der Eichsfelderin auf einem sehr soliden Fundament.

Derweil hat ein Aspekt Lea Bringmann besonders bewegt und wird ihr im Gedächtnis bleiben: Die großen Unterschiede zwischen dem touristischen Süden und dem Norden der Insel, wo die Menschen in großer Armut leben.

„Das war die größte Erkenntnis für mich. Wir sehen das immer auf den Fotos zu den Schulprojekten, sprechen dann in unseren Anträgen von ‚abgelegenen Gegenden‘, aber dies wirklich zu sehen und den Wandel zu erleben, der sich auf der Fahrt vom Süden der Insel in den Norden vor meinem Auge gezeigt hat, war dann doch unfassbar“, sagt sie und weiß, dass, wenn man nur Urlaub auf Bali macht, diese Seite wohl kaum sieht.

Ein ehemaliger Stipendiat freut sich über beruflichen Erfolg

Ein paar Tage später traf die Eichsfelderin den ehemaligen Balipockets-Stipendiaten Yogi, der sein Studium 2023 erfolgreich abschloss und prompt einen guten Job fand. Er arbeitet im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Marketing für eine große Hotelkette der Insel. Auf das Erreichte ist er mächtig stolz und bedankte sich bei Bringmann nochmals persönlich für die Chance, die mit dem Stipendium verbunden war. Ohne die finanzielle Hilfe hätte er sich eine solche Ausbildung nicht leisten können.

Lea Bringmann nutzte die Zeit auch, die Insel zu erkunden und mit Einheimischen, Auswanderern und Touristen ins Gespräch zu kommen. Ihr Eindruck war, dass sich viele nach der Pandemie noch in einer Findungsphase befinden, weil sie unter anderem ihre Läden aufgeben mussten und sich nun umorientieren. Der Tourismus ist für die Insel weiter von großer wirtschaftlicher Bedeutung und wird ausgeweitet.

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Insgesamt war die Reise für Bringmann und den Verein bereichernd und wichtig. Sie gab neue Impulse für die Arbeit. Aufgrund des großen Interesses am Projekteinsatz und an den persönlichen Eindrücken hat sich der Verein kurzfristig entschlossen, einen Informationsabend im Eichsfeld zu organiseren. „Wir befinden uns dafür gerade noch in der Planung, peilen aber das erste Wochenende im Juni dafür an. Vermutlich an einem Sonntagnachmittag“, so Vorstandsmitglied Anna Hesse.

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