Anerkennung von höchster Stelle für Oberhofer Weltcup-Organisatoren

Oberhof  Der neue Präsident des Biathlon-Weltverbandes, Olle Dahlin, zollt den Oberhofer Weltcup-Organisatoren großes Lob. Erik Lesser erhält Baby-Urlaub

IBU-Präsident Olle Dahlin (Schweden) hatte in Oberhof sichtlich gute Laune.

IBU-Präsident Olle Dahlin (Schweden) hatte in Oberhof sichtlich gute Laune.

Foto: Sascha Fromm

Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup: Kaum war der letzte Besucher am Sonntag aus dem Gelände am Grenzadler verschwunden, begannen die fleißigen Helfer mit dem Abbau der Umzäunungen und Werbebanden. Am Montag stand vor allem die Räumung des Hüttendorfes sowie die Deinstallation der Videowände an. Und sobald die Temperaturen wieder in den Minusbereich rutschen, soll auch die Kunstschnee-Produktion anlaufen. Möglichst bis Mitte März soll das Depot mit 11.000 Kubikmetern gefüllt sein.

„Wir planen sogar ein zweites großes Depot. Je mehr Schnee wir vorrätig haben, desto ruhiger wird die Vorbereitung für 2020“, erklärt Organisationschef Silvio Eschrich. Der Verlust über den Sommer beträgt gut 60 Prozent. Und man kann nicht immer davon ausgehen, dass Frau Holle derart perfekt mitspielt. Zwei Tage vor dem Weltcup-Start hatte es zu schneien begonnen und somit Oberhof und den Besuchern ein Wintermärchen beschert.

Aber nicht nur deshalb gab es reihenweise Komplimente. Die Organisatoren, zu denen 650 ehrenamtliche Helfer aus 14 Thüringer Skivereinen gehörten, bekamen Anerkennung von höchster Stelle: IOC-Präsident Thomas Bach zeigte sich bei seiner Stippvisite ebenso begeistert wie der neue Chef des Biathlon-Weltverbandes IBU, Olle Dahlin.

Erik Lesser und Simon Schempp nicht in Ruhpolding dabei

„Herr Dahlin hat uns sehr gelobt und für die Zukunft alles Gute gewünscht. Das war natürlich schön“, sagt Eschrich. Auch die Trainer der verschiedenen Nationen hätten sich für die Präparierung der Strecken bedankt. Solch gute Bedingungen seien bei den Wetterunbilden keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Gegenüber dem Schneechaos,das in weiten Teilen Oberbayerns herrscht, ging es trotz Sturm und Regen am Wochenende in Oberhof fast gemütlich. In Ruhpolding, wo ab Mittwoch der zweite Heimweltcup stattfinden soll, ist die für Dienstagabend geplante Eröffnungsfeier abgesagt worden. Weil sich die Wetterlage in den nächsten Tagen entspannen soll, halten die Ruhpoldinger an der Durchführung der Rennen fest. Nicht dabei wird ne­ben dem formschwachen Simon Schempp aber Erik Lesser sein. Der Oberhofer erhielt nach der Geburt von Tochter Anouk am Samstag noch ein paar Tage Baby-Urlaub.

3800 Schüler bei „Jugend trifft Biathlon“ dabei

Eschrich drückt den Kollegen um Stadionleiter Berti Schweiger die Daumen und ist sich sicher: „Wir haben ein so gutes Verhältnis. Wenn der Weltcup dort akut in Gefahr wäre, hätten sich die Ruhpoldinger bei uns gemeldet und um Hilfe gebeten. Da geht es ja um die Sicherung des Standortes in Deutschland.“ 2016 war Ruhpolding eingesprungen, als in Oberhof nicht genügend Schnee zur Verfügung stand.

Daran gab es dieses Mal kein Mangel. Das freute auch die 3800 Schüler, die im Rahmen des Projekts „Jugend trifft Biathlon“ von Skipräsident Frank Eismann für eine Rekord-Teilnahme sorgten. Erstmals waren nicht nur Jugendliche aus Thüringen, sondern zusätzlich aus Sachsen dabei.

Und die Ziele für den Weltcup 2020, der vom 9. bis 12. Januar stattfinden soll? Eschrich: „Am Donnerstag wollen wir die fünfstellige Zuschauerzahl knacken.“ Dieses Mal waren es 9000. Und, so der Organisationschef weiter, es soll ein Handbuch entstehen mit geballtem Weltcup-Wissen.

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