Biathlon-Weltcup in Oberhof: Das Spektakel beginnt

Oberhof  Mit dem Frauen-Sprint startet am Donnerstag der Biathlon-Weltcup in Oberhof. Grünes Licht für Lesser. Der IOC-Präsident Bach wird am Freitag erwartet.

Zählt in Oberhof zu den Favoriten: Der Norweger Johannes Thingnes Boe.

Zählt in Oberhof zu den Favoriten: Der Norweger Johannes Thingnes Boe.

Foto: Sascha Fromm

Mark Kirchner grinste und ließ den Blick durch das Stadion schweifen: „Wir haben uns Winter gewünscht – jetzt ist er da“, sagte der Biathlon-Bundestrainer, während sich seine Athleten beim Training durch den dichten Flockenwirbel kämpften. Mit dabei: Erik Lesser.

Der Oberhofer Lokalmatador hat grünes Licht für seinen Weltcup-Auftritt gegeben. Nachdem er wegen muskulärer Beschwerden am Rücken zuletzt den Start sowohl in Nove Mesto als auch bei der World Team Challenge in Gelsenkirchen absagen musste, gibt er nun sein Comeback.

„Es war ein langer, beschwerlicher Weg. Aber er hat die letzten Tage gut trainiert. Wir müssen sehen, wie er die Belastung verträgt. Behandeln können wir ihn nicht mehr. Da ist alles ausgereizt“, erklärte Kirchner.

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Im morgigen Sprint wird mit Lucas Fratzscher ein weiterer Thüringer starten. Der 24-Jährige verdiente sich seine Weltcup-Premiere vor heimischer Kulisse durch zwei Podi­umsplätze im IBU-Cup. „Auch wenn es eine Riesenaufgabe ist: Nur wer solche Feuertaufen besteht, kann mal einer werden“, so Kirchner.

Für das Rennen als Zuschauer angesagt hat sich IOC-Präsident Thomas Bach. Er will sich am Rande des Weltcups mit dem neuen Präsidenten der Internationalen Biathlon-Union, Olle Dahlin, treffen. Der Schwede, im September gewählt, laborierte er an einem Beinbruch.

Bereits zum heutigen Auftakt sind die Frauen gefordert (14.30 Uhr/ZDF, Eurosport live). Disziplin-Trainer Kristian Mehringer gab sich trotz des Fehlens von Laura Dahlmeier und Vanessa Hinz zuversichtlich. „Über den Jahreswechsel haben wir bei Franziska Preuß und Denise Herrmann den Schwerpunkt auf das Schießen gelegt“, verriet er. „Bei Franzi ging es beim Stehendanschlag um das Timing am Abzug; bei Denise darum, Selbstvertrauen aufzubauen.“

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Herrmann hatte im ersten Saisondrittel läuferisch zumeist zu den Besten gehört, sich Top-Resultate jedoch durch Schießfehler verbaut. Dabei ist es die Sächsin, die in die Bresche springen soll, falls Dahlmeier fehlt: „An Denise haben wir die Erwartung, dass sie diejenige ist, die um das Podium mitkämpfen kann“, sagte Mehringer.

Noch konnten die deutschen Frauen in diesem Winter nicht überzeugen.Vielleicht kommt es in Oberhof zur Trendwende. Die schwierige Strecke, die sie noch gut aus ihrer Langlauf-Zeit kennt, sollte jedenfalls Herrmann liegen. Eine Schlüsselstelle ist das Frankfurter Kreuz; die steile Abfahrt bis dahin wurde mehrmals explizit trainiert. „Es ging darum, Sicherheit zu kriegen, um maximalen Schwung mitzunehmen in die nächste Steigung“, erläuterte Mehringer.

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